Deutschland

Polizeieinsätze abgebrochen – Elektroflotte an der Ladestation anstatt im Einsatz

In Baden-Württemberg läuft das Pilotprojekt E-Autos im Polizei-Einsatz. Die Beamten sind nicht begeistert. Vor allem dann nicht, wenn sie mitten im Einsatz wegen leerer Akkus abbrechen müssen. In der Wartezeit an der Ladestation sollen sie Akten mit dem Handy bearbeiten.
Polizeieinsätze abgebrochen – Elektroflotte an der Ladestation anstatt im EinsatzQuelle: www.globallookpress.com © EHL Media / IMAGO

Im Rahmen eines Pilotprojekts hat die baden-württembergische Polizei 150 Elektrofahrzeuge und 113 Hybrid-Fahrzeuge als Einsatzwagen angeschafft. Die polizeilichen E-Autos wurden im vergangenen Sommer noch als "Investition in unser aller Sicherheit und auch in Sachen Klimaschutz" angepriesen. Inzwischen hat sich die Begeisterung offenbar gelegt.

Wie die Welt am Donnerstag berichtete, habe man Polizei-Einsätze aufgrund leerer Akkus mittendrin abbrechen müssen. Das sei von der deutschen Polizeigewerkschaft bestätigt worden. Unklar sei, wie häufig das bisher vorgefallen sei. Die Zeitung schreibt dazu: "Die Autos aber leisten wohl nicht immer das, was man sich von ihnen versprochen hatte, womöglich mit sicherheitsrelevanten Folgen."

Die BILD-Zeitung zitierte dazu den Landesvorsitzenden der Polizeiwerkschaft Ralf Kusterer: "Teilweise ist es so, dass E-Fahrzeuge über Nacht auf der Dienststelle aufgeladen werden – tagsüber ist die Leistung dann schon wieder aufgebraucht". Das baden-württembergische Innenministerium habe sich dagegen bei seiner Antwort auf eine FDP-Anfrage positiv zu der polizeilichen E-Auto-Flotte geäußert. So könnten die Polizeibeamten mittels ihrer Smartphones Unterlagen bearbeiten, während sie beim Strom-Tanken an den Ladestellen in ihren Dienstfahrzeugen warteten. Das Innenministerium schrieb laut BILD wortwörtlich:

"In den Fällen, in denen Tankvorgänge bei öffentlichen Ladestellen anfallen, können Polizeibeamte beispielsweise durch die Nutzung von zur Verfügung gestellten persönlichen Mobilfunktelefonen Recherchen durchführen oder eine teilweise Vorgangssachbearbeitung vornehmen."

Die Realität der im E-Auto wartenden Polizisten sähe aber anders aus, erklärte der Gewerkschafter der Polizei. Kusterer : "In der Realität sitzen zwei Beamte im Fahrzeug und hören im Funk, wie eine andere Streife um Hilfe ruft." Auch der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, habe sich mittlerweile kritisch zu dem Pilotprojekt geäußert. Für ihn sei es "völlig absurd", wenn die Polizei nicht anrücken könne, weil Streifenwagen "bei Aldi an der Ladesäule" stünden, erklärte er gegenüber dem WELT Nachrichtensender. Dabei bemängelte er auch die fehlende Ladeinfrastruktur.

Besonders problematisch sei der Polizei-Einsatz von E-Autos auf dem Land, wo es sowieso schon wenig Dienstfahrzeuge gebe. Wenn diese dann obendrein noch viel Zeit an den Ladestationen hingen, käme Hilfe womöglich zu spät. Wendt verdeutlichte das mit einem Beispiel:

"Es gibt ländliche Regionen, da hat so eine Polizeidienststelle genau zwei Streifenwagen. Und wenn die Kollegen dann um Hilfe rufen, sagen die: Nee, wir sind jetzt gerade an der Ladesäule."

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