Studie: Jeder Dritte würde im Kriegsfall wie gewohnt weiterleben

Was würden die Deutschen tun, wenn eine fremde Macht ihr Land angreifen würde? Das Meinungsforschungsinstitut YouGov hat nun herausgefunden: Freiwillig kämpfen würden die wenigsten.

Das Meinungsforschungsinstitut YouGov hat die Reaktion der Deutschen im Kriegsfall untersucht. Die Frage der Studie lautete, was man im Fall eines militärischen Angriffs auf Deutschland tun würde. An der Studie, die von der Nachrichtenagentur dpa in Auftrag gegeben wurde, nahmen Anfang Februar 2.000 wahlberechtigte Erwachsene teil.

Genau ein Drittel gab an, man würde so weit wie möglich versuchen, sein Leben wie gewohnt zu führen. Ein Viertel würde Deutschland so schnell wie möglich verlassen. Besonders junge Menschen entschieden sich für diese Option.

Nur 5 Prozent würden sich freiwillig melden

Das Land mit der Waffe verteidigen würden im Verteidigungsfall zehn Prozent. Nur fünf Prozent würden sich freiwillig melden. Personen, die angaben, bei der Bundestagswahl die Grünen gewählt zu haben, waren bei dieser Antwort leicht überrepräsentiert. Elf Prozent, besonders alte Menschen, würden sich außerhalb des Kriegsdienstes melden.

18 Prozent der Studienteilnehmer hatten keine Meinung oder machten aus anderen Gründen keine Angabe. Einen signifikanten Unterschied hinsichtlich West- und Ostdeutschland konnten die Meinungsforscher nicht feststellen.

Pazifismus in Deutschland: Ein Langzeittrend

Die YouGov-Studie weist ähnliche Ergebnisse auf wie eine weltweite Studie von WIN/Gallup International aus dem Jahr 2015. Damals gaben 18 Prozent der Befragten aus Deutschland an, dass sie für ihr Land kämpfen würden. Nur die Niederlande (15 Prozent) und Japan (11 Prozent) hatten niedrigere Werte.

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