Deutschland

Lehrerverbände befürchten Masken-Konflikte an Schulen

Am Sonntag sind in fast allen Bundesländern die meisten Corona-Beschränkungen gefallen. Die Maskenpflicht gilt nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln und medizinischen sowie Pflegeeinrichtungen. Lehrerverbände und Gewerkschaften befürchten an den Schulen Konflikte um das "freiwillige" Tragen des Mund-Nasen-Schutzes.
Lehrerverbände befürchten Masken-Konflikte an SchulenQuelle: Gettyimages.ru © Westend61

Lehrerverbände befürchten nach dem Wegfall der Maskenpflicht Konflikte in den Schulen. "In der Tat droht jetzt die Gefahr, dass einerseits Kinder, die Maske tragen, von Mitschülern als Weicheier und überängstlich gehänselt werden oder auch umgekehrt Druck auf Nicht-Maskenträger ausgeübt wird", sagte Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, der Deutschen Presse-Agentur. Er sprach sich für eine Selbstverpflichtung von Lehrkräften und Schülern aus, in jeder Klasse bis einschließlich der Woche nach den Osterferien weiter Masken im Unterricht und auf dem Schulgelände zu tragen.

Die offiziell nun jedem selbst überlassene Frage, ob und wo Masken getragen sollen werden oder nicht, birgt offensichtlich die Gefahr sozialer Spannungen und zwischenmenschlicher Konflikte. Konkrete Auswirkungen könnte dies auch auf den Alltag an deutschen Schulen haben, befürchten die Gewerkschaften. 

"Es besteht die Gefahr, dass das Thema 'Maske ja oder nein' in jedes Klassenzimmer getragen wird und damit Schulfrieden und Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler gefährdet",

sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern. Die GEW halte das Tragen von Masken "in der aktuellen sehr angespannten Infektionslage" zumindest bis zu den Ferien für vernünftig und richtig, fügte sie hinzu, "obwohl wir die pädagogischen Bedenken gegen das Tragen von Masken grundsätzlich teilen".

Auch der Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft VBE, Udo Beckmann, sieht die "Gefahr eines neuen Konflikts", der in die Schulen getragen werden könnte:

"Nach den Auseinandersetzungen der letzten beiden Jahre, in denen Schulleitungen und Lehrkräfte bei der Umsetzung der Infektionsschutzmaßnahmen teilweise sogar Opfer physischer und psychischer Gewalt wurden, muss sichergestellt werden, dass politische Entscheidungen nicht wieder durch das pädagogische Personal vermittelt werden müssen."

Beckmann sprach sich dafür aus, dass Lehrkräfte und Schüler "verantwortungsbewusst" handeln und weiterhin Masken tragen sollten, wenn sich das Infektionsgeschehen an den Schulen weiterhin auf hohem Niveau bewege.

Nach mehr als zwei Jahren im "Pandemiemodus" sind am Sonntag fast bundesweit die meisten Corona-Beschränkungen weggefallen, darunter auch die Zugangsbeschränkungen nur für Geimpfte, Genesene und Getestete (3G) oder für Geimpfte und Genesene (2G). Die Maskenpflicht gilt fast bundesweit nur noch in Arztpraxen, Pflegeheimen, Krankenhäusern sowie im öffentlichen Nahverkehr.

Weitergehende Auflagen gelten zunächst noch in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg. Beide Länder nutzen als einzige die sogenannte Hotspot-Regel. Sie erlaubt zusätzliche Vorgaben, wenn das Landesparlament die "konkrete Gefahr einer sich dynamisch ausbreitenden Infektionslage" feststellt. Unabhängig von staatlichen Regeln können Firmen, Geschäfte und andere Einrichtungen mithilfe ihres Hausrechts die Vorgaben auch weiterhin beibehalten.

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rt de / dpa

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