Deutschland

Innenministerin über "Demokratieerziehung": "Kampf gegen Rechtsextremismus schon im Kindergarten"

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) ist für ihre stramme Haltung gegenüber "Rechtsextremismus" bekannt. Zum zweiten Jahrestag der Anschläge von Hanau forderte sie nun, bereits im "Kindergarten" mit "guter Bildungsarbeit" gegen derartige Strömungen zu immunisieren.
Innenministerin über "Demokratieerziehung": "Kampf gegen Rechtsextremismus schon im Kindergarten"Quelle: www.globallookpress.com © Boris Roessler

Die neue Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) will Rechtsextreme in Deutschland künftig möglichst frühzeitig bekämpfen – im Kindergarten, aber auch besonders im Netz.

Zum zweiten Jahrestag der Anschläge von Hanau sagte sie gegenüber der FAZ: "Wir gehen den Kampf grundsätzlicher an, als das bisher geschehen ist. Wir müssen rechtsextreme Netzwerke zerschlagen. Wir müssen frühzeitig und intensiv ermitteln, wo solche Netzwerke geknüpft werden, gerade auch im Internet. Wir haben ja gesehen, dass sowohl der Täter von Halle als auch der von Hanau sich im Netz radikalisiert haben. Der Rechtsstaat darf Mordaufrufe und Bedrohungen nicht hinnehmen. Diesen Nährboden der Gewalt bekämpfen wir jetzt entschieden. Aber der Kampf gegen Rechtsextremismus fängt noch viel früher an, nämlich mit guter Bildungsarbeit."

Dabei sollen nun auch die Allerjüngsten einbezogen werden:

"Er muss schon im Kindergarten ansetzen."

Kinder und Jugendliche müssten so stark gemacht werden, "dass sie für Ideologien der Ausgrenzung gar nicht erst anfällig werden", meint Faeser, die vor Kurzem selbst in die Kritik geraten war, nachdem sie im letzten Jahr einen Artikel für das Magazin Antifa verfasste. Weiterhin sagte sie im Interview:

"Wir brauchen eine Demokratieerziehung, die klarmacht, dass es egal ist, wo eine Familie irgendwann einmal hergekommen ist, welche Hautfarbe jemand hat, an wen er glaubt oder wen er liebt."

Zur Rolle der hessischen Polizisten, die mit dem Fall betraut wurden, äußerte sie sich mit den Worten:

"Für die Beamtinnen und Beamten vor Ort war der Anschlag auch sehr schlimm, und da können Fehler passieren. Aber es ist wichtig, daraus zu lernen und anschließend das Gespräch mit den Betroffenen zu suchen. Das ist zu wenig passiert."

Sie selbst sei nach den Anschlägen von Hanau durch die Gespräche mit den Familien der Opfer stark berührt gewesen und geschockt, "wie bürokratisch der Umgang der Behörden mit diesem furchtbaren rechtsterroristischen Akt war", erinnerte sich Faeser. Und sie ergänzte:

"Ich habe für mich selbst den Schluss gezogen, dass ich, wenn ich jemals Verantwortung trage, empathischer mit den Menschen umgehen muss."

Angesprochen auf die Hinterbliebenen der Opfer des islamistischen Terroranschlags vom Berliner Breitscheidplatz, die sich bis heute über die nachfolgend mangelnde Empathie beklagen, sagte Faeser:

"Ich will das nicht gegeneinanderstellen. Wie auch? Das islamistische Attentat auf dem Breitscheidplatz war genauso schlimm, genauso menschenverachtend. Das besonders Schlimme in Hanau war, dass der Täter gezielt Menschen aufgrund ihrer Herkunft ermordet hat. Und Hanau ist mir deshalb so nahe gegangen, weil ich die Angehörigen kennengelernt habe. Das wäre mir bei den Angehörigen der Opfer des Berliner Anschlags sicher genauso gegangen."

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