Deutschland

Zentralrat der Juden befürwortet allgemeine COVID-19-Impfpflicht

Der Zentralrat der Juden in Deutschland befürwortet im Rahmen einer Presseerklärung, die Einführung einer bundesweiten Impfpflicht. Die Gefahr antisemitischer Entwicklungen wurde inhaltlich thematisiert. Die gesellschaftliche Ausgrenzung ungeimpfter Bürger demgegenüber nicht.
Zentralrat der Juden befürwortet allgemeine COVID-19-ImpfpflichtQuelle: www.globallookpress.com © Thomas Lohnes / Kontributor

Der Zentralrat der Juden in Deutschland (ZdJ) veröffentlichte am 10. Januar im Rahmen der laufenden und fortdauernden Impfpflichtdiskussion in Deutschland über eine Presseerklärung seine aktuelle Stellungnahme. 

In der Erklärung wird betont, dass der ZdJ eine allgemeine Impfpflicht zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie befürwortet und unterstützt:

"Das Judentum betrachtet medizinische Errungenschaften wie die Entwicklung eines Impfstoffs gegen COVID-19 als einen Akt, der die Welt verbessert. Daher werden Impfungen als präventive Maßnahmen bejaht."

Schon im Dezember des Vorjahres zeichnete sich eine eindeutige Positionierung des ZdJ zu dieser Thematik ab:

Im Falle von Epidemien ist nach Ansicht des ZdJ eine Impfung "Pflicht": "Grundlage ist das biblische Gebot, das Leben zu schützen und körperliche Schäden abzuwenden", so die Darlegung in der Presserklärung. Der Präsident des Zentralrats Dr. Josef Schuster wird zur Thematik und daraus resultierenden Stimmungen innerhalb der Gesellschaft mit den Worten zitiert: 

"Die COVID-19-Pandemie zieht neben den Folgen für Leben und Gesundheit auch gefährliche gesellschaftliche Entwicklungen nach sich. Impfgegner und Corona-Leugner radikalisieren sich in einem erschreckenden Ausmaß. Bei Einführung einer allgemeinen Impfpflicht sind noch stärkere Proteste und Gewalt  nicht auszuschließen. Dennoch wiegt der Gesundheitsschutz der Gesamtbevölkerung schwerer. Daher halten wir eine allgemeine Impfpflicht für unumgänglich."

Es sei daher "zwingend notwendig", dass der Rechtsstaat "seine Mittel ausschöpft, um staatsgefährdende und antisemitische Entwicklungen im Rahmen der Proteste einzudämmen", so die Ergänzung im Text der Erklärung. Die Mitteilung endet mit dem Satz:

"So wie die Impfpflicht von weiteren Maßnahmen begleitet werden muss, um die Pandemie in den Griff zu bekommen, so wird auch ein längerfristiges politisches Engagement nötig sein, um die gesellschaftlichen Verwerfungen wieder zu glätten."

Auf die gesellschaftliche Ausgrenzung von Mitbürgern, die sich gegen die Impfung entscheiden und positionieren, und die daraus teilweise resultierenden Berufsverbote und psychischen Belastungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene wurde in der Presseerklärung nicht eingegangen.

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