Deutschland

Erste Universität in Deutschland legt 2G-Regel für Studenten fest

Die theoretischen Planspiele der zukünftigen Ampelkoalition in Form einer deutlichen Verschärfung der Corona-Maßnahmen zulasten der Bürger wird in Bayern an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) für Studenten zur realen Alltagsherausforderung.
Erste Universität in Deutschland legt 2G-Regel für Studenten festQuelle: www.globallookpress.com © Ralph Lueger / www.imago-images.de

Die Information auf der Homepage der Hochschulleitung vom vergangenen Freitag lieferte schlussendliche Gewissheit. Studenten mit Ungeimpft-Status erhalten seit Montag, dem 15. November 2021 keinerlei Zugang mehr zu benötigten Lehrveranstaltungen. Ausnahmen gelten für die Universitätsbibliothek, Lernräume und Selbstlernflächen.

Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) ist damit die erste Universität in Deutschland, die einen derart drastischen Weg geht. Der bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler hatte vor einigen Tagen noch über sein Ministerium mitteilen lassen, dass "die Präsenzangebote und die Studierbarkeit für alle Studenten an den bayerischen Hochschulen verbunden mit der bestmöglichen Absicherung des Gesundheitsschutzes im Mittelpunkt dieses Wintersemesters" stünden.

Die Leitung der FAU hätte also theoretischen Spielraum, den sie aber individuell auslegte. In diesem Falle so, dass sie die Rechte der Studenten maßgeblich einschränkt. In der Mitteilung auf der Homepage der Universität heißt es:

"Angesichts der aktuell besorgniserregenden Zustände in den Intensivstationen – gerade auch am Universitätsklinikum Erlangen – hat die FAU in Abstimmung mit Dekanen, Studiendekanaten und Studierendenvertretung beschlossen, für ihren Lehrbetrieb in Präsenz die 2G-Regel einzuführen. Demnach können künftig nur geimpfte oder genesene Personen an Präsenzveranstaltungen an der FAU teilnehmen."

Weiter heißt es auf der Seite der FAU: "Befindet sich unter den angemeldeten Studenten einer Lehrveranstaltung eine Person, die nicht geimpft oder nicht genesen ist, sollen hybride Formate (als Online-Besucher einer Veranstaltung) genutzt werden, so dass geimpfte Studenten weiterhin in Präsenz und Non-2G-Studenten weiterhin ordnungsgemäß studieren können."

Die Einrichtung nutzt daher bewusst die existierende gesetzliche Lücke der geltenden 14. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die anmahnt, dass für ungeimpfte Studenten "ein durchgängiges digitales Studienangebot" vorhanden sein muss. Der bundesweite Ring Christlich-Demokratischer Studenten reagierte in einer Mitteilung:

"Jeder Student hat den Anspruch auf gleichen Zugang zu Bildung. Es kann nicht sein, dass die Einführung der 2G-Regelung diesen Teilhabeanspruch aushöhlt."

Eine junge Studentin der FAU, die erst seit einem Monat Rechtswissenschaften an der Erlanger Hochschule studiert, formulierte ihre Empörung im Rahmen eines offenen Briefes an den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder: 

"Ich selbst bin ungeimpft und zwar nicht, weil ich an Verschwörungstheorien oder ähnliches glaube, sondern weil ich skeptisch bin und schlichtweg Angst vor Corona, sowie vor der Impfung habe". Weiter schreibt sie: "Aus diesem Grund und wegen Vorerkrankungen möchte ich auf einen Totimpfstoff warten, bei dem für mich weniger Risiken entstehen würden."

Andere Möglichkeiten der Organisation in Corona-Zeiten zeigt zum Beispiel die TU Dortmund, die einen erforderlichen 3G-Nachweis zentral an Check-in-Points überprü­fen lässt. Die Universität Bonn testet über eine digitale Form die Studenten, bei der ein Passbild und Impf- oder Genesenennachweis hinterlegt werden. Auch die Freie Universität in Berlin organisiert und sichert über eine 3G-Regelung den Ablauf des aktuellen Semesters.

Unwiderruflich gilt jedoch seit dem 15. November 2021 an der FAU die 2G-Vorgabe – mit einer Übergangsfrist bis zum 22. November 2021. Wie es danach weitergeht, ist von der Uni-Leitung noch nicht kommuniziert worden.

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