Deutschland

Einkommensstatistik: Ein Single mit monatlich 3.500 Euro netto gilt bereits als reich

Die Zahl der reichen Deutschen ist während der Pandemie gewachsen. Das gilt für Millionäre aber auch Gutverdiener insgesamt. Statistisch gesehen gehört ein Alleinstehender mit 3.500 Euro netto im Monat schon zu den obersten zehn Prozent. Dies besagt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft. Als arm gelten Singles mit einem Einkommen unter 781 Euro netto.
Einkommensstatistik:  Ein Single mit monatlich 3.500 Euro netto gilt bereits als reichQuelle: www.globallookpress.com

Auch in Zeiten der Corona-Pandemie ist die Zahl der Millionäre in Deutschland gestiegen. Insgesamt 1,535 Millionen Millionäre gibt es jetzt hierzulande, im Vorjahr lag die Zahl noch bei rund 1,466 Millionen. Der Anstieg wird auf Kursgewinne und steigende Immobilienpreise zurückgeführt. 

Wann aber gilt man als reich in Deutschland? Die Ökonomen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) kamen im Auftrag vom Spiegel zu einem überraschenden Ergebnis: Mit 3.529 Euro Nettoverdienst pro Monat rangiere ein Single-Haushalt bereits in der Kategorie der obersten zehn Prozent der Einkommen in Deutschland. Einer Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren müsste dagegen schon ein monatliches Netto-Einkommen von 7.412 Euro zur Verfügung stehen, um zu dieser Kategorie zu zählen. 

Als arm hingegen gilt ein Single-Haushalt mit einem Einkommen von 781 Euro oder weniger. Rund 20 Prozent seien demzufolge von Armut bedroht. In diesem Winter kommt ein neuer Gefährdungsfaktor hinzu: Die Energiekrise dürfte viele Geringverdiener unter die Armutsgrenze pressen. 

Der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz ging bekanntlich knapp als Wahlsieger aus der Bundestagswahl hervor. Die SPD versprach, die Vermögenssteuer wieder einzuführen. Laut SPD verfügt das "reichste Prozent der privaten Haushalte in Deutschland laut Internationalem Wärungsfonds (IWF) über fast ein Viertel des gesamten Netto-Vermögens". Bei einer Berücksichtigung ergänzender Datensätze liege der Anteil sogar bei bis zu einem Drittel. Nach Auffassung der SPD bedroht eine derartige soziale Ungleichheit den "sozialen Frieden" in Deutschland.

Olaf Scholz sagte Anfang des Jahres in einem Interview mit der Welt am Sonntag:

"Wir leben in einer Gesellschaft, in der es jene, die sehr reich und mächtig sind, zu oft schaffen, sich gegen eine faire Besteuerung zu wehren, indem sie so tun, als sollten auch alle jene belastet werden, die nicht so hohe Einkommen haben."

Die deutschen Millionäre legen den größten Teil ihres Geld am häufigsten in festverzinsliche Wertpapiere, Immobilien und alternativen Investments an.

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