Deutschland

Bis zu 450 Euro pro Monat oder Isolation: Ende der kostenlosen Corona-Tests für Impfverweigerer

Corona-Tests für Ungeimpfte und nicht Genesene sind seit Montag kostenpflichtig. Die Preise werden zwischen 10 und 15 Euro pro Test liegen. Die Tests haben eine Gültigkeitsdauer von 24 Stunden. Die Ärztegewerkschaft befürchtet, dass sich viele Menschen nun nicht mehr testen lassen.
Bis zu 450 Euro pro Monat oder Isolation: Ende der kostenlosen Corona-Tests für ImpfverweigererQuelle: www.globallookpress.com © Emmanuele Contini/www.imago-images.de

Lange stritt die Politik darüber, wie man die Impfskeptiker dazu bringen könne, sich impfen zu lassen. Sollten Gutscheine ausgegeben werden, oder lässt sich die Impfquote durch Repressalien erhöhen? Welcher Art und in welcher Höhe?

Man entschied sich schließlich für ein Ende der kostenlosen Tests für Ungeimpfte und nicht Genesene, und ein Ende der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte während einer Quarantäne, nach einer Auslandsreise oder aufgrund des Kontakts mit einer Person, die auf das Coronavirus positiv getestet wurde.

Bislang hatte der Bund die Kosten für die Corona-Tests übernommen. Ausnahmen gelten weiterhin für Kinder, Schwangere und Personen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können. Für diese bleiben die Corona-Tests bis Ende des Jahres 2021 kostenlos. 

Gesundheitsminister Jens Spahn verteidigte die Maßnahme: 

"Kostenlose Bürgertests abzuschaffen, gebietet die Fairness vor dem Steuerzahler."

Auch SPD-Politiker Karl Lauterbach ist der Ansicht, damit ließe sich die Impfquote erhöhen. 

Die Höhe der Impfquote musste das RKI zuletzt korrigieren. Rund 84 Prozent der Erwachsenen sollen mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten haben. Rund 80 Prozent wurden bereits zweimal geimpft. Ältere Menschen erhalten auch ein Impfangebot zu einer dritten, der sogenannten "Auffrischungsimpfung". 

Die Tests für Ungeimpfte und nicht Genesene werden nun zwischen 10 und 15 Euro kosten, berichtete der Focus. Nach oben hin gibt es dabei scheinbar keine festgelegte Preisgrenze. Die Testergebnisse verlieren bereits nach 24 Stunden ihre Gültigkeit. Dies könnte Kosten von bis zu 450 Euro pro Monat nach sich ziehen, wenn man am öffentlichen Leben teilhaben möchte.

Wo der Nachweis zu erbringen ist, entscheiden die Bundesländer selbst. Die Vorlage kann beim Friseur, bei einem Abendessen im Restaurant oder dem Zugang zu Veranstaltungen Vorschrift sein. Dabei orientiert man sich auch weiterhin an der Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Diese Zahl muss unter 35 liegen.

Mit dem Ende der Kostenübernahme durch den Bund am 11. Oktober 2021 stieg auch die Zahl der vom Robert-Koch-Institut gemeldeten Corona-Neuinfektionen. Insgesamt 3.111 neue Corona-Fälle gab das RKI an. Die 7-Tage-Inzidenz liegt derzeit bei 66,5. Sieben Menschen sind mit oder an dem Coronavirus verstorben.

Der Richtwert für die pandemiebedingten Maßnahmen der Politik wurde erweitert. Die Zahl der in den letzten sieben Tagen in Kliniken aufgenommenen Patienten pro 100.000 Einwohner wird mit einbezogen. Dieser Wert lag in der letzten Woche bei 1,67.

Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburg, Susanne Johna, sieht das Ende der kostenlosen Corona-Tests kritisch:

"Kostenpflichtige Corona-Tests führen dazu, dass sich künftig weniger Menschen mit Symptomen testen lassen werden. Das ist ein Einfallstor für eine Übertragung des Virus."  

In Krankenhäusern, Schulen und Pflegeheimen wird weiterhin auch kostenlos getestet. 

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Information:

Sicherheit und Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe sind umstrittene Themen. Zahlreiche Experten in Wissenschaft, Politik und Medien schätzen diese als sicher und effektiv ein, da sie das Risiko einer schweren COVID-19-Erkrankung weitgehend verhindern und die Vorteile einer Corona-Impfung die Risiken und Nebenwirkungen überwiegen. Langzeitnebenwirkungen der Impfungen sind generell nicht bekannt. Auch Risiken wie der ADE-Effekt (antibody-dependent enhancement, auf Deutsch: infektionsverstärkende Antikörper) wurden bisher bei weltweit Milliarden verabreichter Impfstoff-Dosen nicht beobachtet. Auch, dass Gensequenzen von beispielsweise mRNA-Vakzinen in die menschliche DNA eingebaut werden, gilt in Fachkreisen als ausgeschlossen. Stellungnahmen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der bundesdeutschen Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) lassen sich hier und hier nachlesen.

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