Deutschland

"Wettbewerbsverzerrung": Fernsehen als Bühne für Schlagabtausch zwischen Weidel und Zamperoni

Die AfD als Opfer? Zum Auftritt der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel im öffentlich-rechtlichen Fernsehen folgen im Netz sowohl Lob als auch Kritik. Der Moderator Ingo Zamperoni ließ Weidel seine persönliche Meinung über die AfD spüren. Weidel warf dem Fernsehen vor, die Grünen "nach oben gejuxt" zu haben.
"Wettbewerbsverzerrung": Fernsehen als Bühne für Schlagabtausch zwischen Weidel und ZamperoniQuelle: www.globallookpress.com © © Sebastian Gollnow

Die AfD wird nach dem vorläufigen Wahlergebnis der Bundestagswahl vom 26. September in den Bundestag ziehen, musste jedoch im Vergleich zu den Wahlen vor vier Jahren Verluste hinnehmen. Nach vorläufigem Stand der Auszählung erreichte die AfD bundesweit rund 10,5 Prozent der Wählerstimmen. Zur Wahl ins Abgeordnetenhaus von Berlin lautet ihr vorläufiges Ergebnis 7,9 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern errang sie 16,7 Prozent der Wählerstimmen. 

Die Co-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion Alice Weidel betrat anschließend die Bühne des öffentlich-rechtlichen Fernsehens und stellte sich dem Moderator Ingo Zamperoni.

Das Wahlergebnis ihrer Partei nannte sie "solide": 

"Um uns wird man nicht herumkommen."

Der Moderator Zamperoni konterte: 

"Naja, man wird schon um Sie herumkommen, weil man Sie nicht für eine Koalition in Betracht zieht."

Weidel sprach dagegen von "Wettbewerbsverzerrung".

Die "Öffentlich-Rechtlichen" hätten die Grünen "nach oben gejuxt" und den Wahlkampf in einen Dreikampf umgewandelt.

Aus Sicht von Weidel habe das Fernsehen nur der Union, der SPD und den Grünen die große Bühne geboten – und damit hätte das Fernsehen den Wahlkampf bereits entschieden: 

"Da hat man die Grünen nach oben gejuxt, man hat einen Drei-Parteien-Wahlkampf gemacht." 

Der Moderator verwies darauf, dass es sich um die Kanzlerkandidaten gehandelt habe. Die Vorwürfe, der AfD kein Gehör verschafft zu haben, wies er zurück: 

"Sie sind hier auch zu Wort gekommen. Also wir haben Sie nicht ausgespart, Frau Weidel."

Für die Auftritte beider gab es erwartungsgemäß Lob wie auch Kritik in den sozialen Medien: 

"Ich wünschte mir, dass mehr Interviewer Alice Weidel so gut gelaunt und souverän widersprächen wie hier Ingo Zamperoni."

"Ingo Zamperoni war in diesem Interview keinesfalls neutral und objektiv. Für mich war sein Verhalten ein Unding. Einfach unverschämt. Traurig, dass wir solche Personen durch GEZ finanzieren müssen."

"Die rechtsradikale AfD opfert und sucht Schuldige."

"Ingo Zamperoni ist Mitglied der Transatlantikbrücke, also meiner Meinung nach ein CIA-Mann." 

"Alice Weidel ist sicherlich mitverantwortlich für die Niederlagen im Bund, Berlin und MV (Mecklenburg-Vorpommern). Die peinliche Anbiederung an radikale Coronaleugner, Impfgegner und ihre schwachen öffentlichen Auftritte haben der AfD nicht geholfen. Da kann ihr die ARD auch nicht helfen."

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