Deutschland

Nach Hamburg, Berlin und Sachsen: Brandenburg führt 2G-Modell für Veranstalter und Gastronomie ein

Brandenburg will mit einer neuen Corona-Schutzverordnung das sogenannte 2G-System als Optionsmodell einführen. Demnach sollen nur noch Geimpfte und Genesene Zugang zu Restaurants, Einrichtungen und bestimmten Events erhalten.
Nach Hamburg, Berlin und Sachsen: Brandenburg führt 2G-Modell für Veranstalter und Gastronomie einQuelle: Gettyimages.ru © Bihlmayer Fotografie / iStock / Getty Images Plus

Nach Hamburg, Berlin und Sachsen können nun auch in Brandenburg bestimmte Einrichtungen ab Donnerstag selbst bestimmen, ob sie auf Corona getestete Personen einlassen oder nicht. Das hat das Kabinett in Potsdam beschlossen, wie der RBB berichtet. Zudem fällt zukünftig die Zahl der Klinik-Patienten mit positivem Corona-Test künftig mehr ins Gewicht.

Künftig können Veranstalter oder Gastronomen in Brandenburg selbst entscheiden, ob sie nur gegen Corona Geimpfte oder Genesene einlassen (2G-Modell) oder auch Getesteten den Zutritt gestatten (3G-Modell).

Das "Optionsmodell" gilt laut der dritten SARS-CoV-2-Umgangsverordnung für Veranstaltungen, Innengastronomie, Beherbergung von Gästen, Busreisen, Stadtrundfahrten, Schiffsausflüge oder ähnliche Angebote, Sportanlagen oder Spielplätze in Innenräumen, Kultureinrichtungen, Diskos, Clubs und Festivals. Für die eingelassenen Gäste fallen mit der 2G-Regelung die Abstands- und die Maskenpflicht weg.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte dazu:

"Mit der Aufnahme des 2G-Modells können Veranstalter und Unternehmen ihre Kapazitäten besser nutzen und Besuchern geben wir damit die Chance, mit weniger Abstand und ohne Maske Kultur und Geselligkeit zu genießen." 

Die neue Corona-Verordnung tritt am Donnerstag in Kraft und gilt zunächst bis zum 13. Oktober.

Woidke verteidigte die 2G-Option gegen Kritik der Opposition. Er halte es für mehr als gerechtfertigt, denen wieder eine Einnahmemöglichkeit zu geben, die eineinhalb Jahre keine Einnahmen haben konnten. Er resümierte:

"Dass wir diese Rechte dann verwehren sollten, weil einige nicht geimpft sind oder sich nicht impfen lassen wollen, das kann ich nicht nachvollziehen."

AfD-Fraktionsvize Birgit Bessin erwiderte, Unternehmer brauchten mehr Personal für die Kontrollen, das sie selbst noch extra finanzieren müssten. Linksfraktionschef Sebastian Walter warnte vor einer "Spaltung der Gesellschaft" und warf der rot-schwarz-grünen Landesregierung vor, die Verantwortung zur Pandemiebekämpfung von der Politik in die Wirtschaft und den privaten Sektor abzuschieben.

Der Fraktionsvorsitzende von BVB/Freie Wähler, Péter Vida, nannte die 2G-Regel "völlig inakzeptabel", weil so Nicht-Geimpfte benachteiligt würden. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) Brandenburg hatte bereits vorher vor einer Zwei-Klassen-Gesellschaft gewarnt.

Mehr zum Thema - Berliner Senat beschließt Corona-2G-Modell

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