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Absichtliche Corona-Infektion nach Impfung? Drosten sorgt für Wirbel und fühlt sich missverstanden

Eine vom Virologen Christian Drosten in seinem Corona-Podcast veröffentlichte Äußerung sorgt aktuell für Aufregung. Demnach habe sich Drosten für eine sogenannte Infektionsimmunität nach vorheriger Impfung starkgemacht. Drosten fühlt sich missverstanden.
Absichtliche Corona-Infektion nach Impfung? Drosten sorgt für Wirbel und fühlt sich missverstandenQuelle: www.globallookpress.com

Allerorts werden in Politik und Medien Ängste vor einer sogenannten "vierten Welle" infolge der Delta-Variante des Virus SARS-CoV-2 laut. Für den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn könne das nur eines bedeuten: Die Impfquote müsse "drastisch" erhöht werden. Um dies zu erreichen, müssen auch noch neue PR-Maßnahmen und Impfangebote her.

Die Frage, wie oft sich die Menschen impfen lassen müssen, wie viele "Booster-Impfungen" man braucht, um vollends und vor allem dauerhafte Immunität zu erwerben, bleibt dabei bisher und aktuell vollkommen offen. Hinzu kommen Berichte und Studien, die sich mit der Frage der sogenannten "Impfdurchbrüche" bei bereits doppelt geimpften Personen befassen. Experten sind ohnehin der Ansicht, dass Politiker und alle Menschen werden lernen müssen, mit diesem Virus zu leben, und dass dieses Virus hierzulande endemischen Charakter annehmen werde.

Nun sorgen Berichte für Irritationen und folglich für Aufsehen, die sich auf mutmaßliche Äußerungen des Virologen Christian Drosten beziehen. So zitiert u.a. das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) Drosten aus seinem wieder gestarteten Podcast "Corona-Update":

"Ich will eine Impfimmunität haben, und darauf aufsattelnd will ich dann aber durchaus irgendwann meine erste allgemeine Infektion und die zweite und die dritte haben."

"So eine Infektionsimmunität sei auf Dauer wahrscheinlich robuster", heißt es beim RND ergänzend zu dem Zitat von Drosten. Seitdem wird nun berichtet, der Virologe wolle sich als bereits Geimpfter zusätzlich infizieren. So hieß es etwa bei NTV zu den von Drosten gemachten Äußerungen:

"Der Virologe Drosten erklärt, dass eine Corona-Infektion der Immunität von gesunden Geimpften einen Schub verleiht. Diesem Szenario könne er bei sich selbst viel abgewinnen."

Drosten habe demzufolge ferner angegeben, dass er "als relativ gesunder Erwachsener (…) diesen individuellen Weg für sich verantworten" könne. Gleiches gelte für "andere Bevölkerungsgruppen (…) natürlich nicht".

Prompt meldete sich der SPD-Politiker und Gesundheitsökonom Karl Lauterbach gegenüber der Funke Mediengruppe zu Wort: "Aber ich würde niemandem empfehlen, sich freiwillig zu infizieren oder eine Ansteckung auch nur zu riskieren."

Nun sieht sich Drosten genötigt, die seiner Meinung nach aus dem Zusammenhang gerissenen oder missverstandenen Worte richtigzustellen. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter erklärte er:

"Lese heute ja verrückte Dinge über mich. Selbstverständlich will ich mich nicht selbst infizieren! Wer verstehen will, worauf ich hinaus will und worauf wir hinarbeiten sollten, kann das im NDR-Podcast nachhören."

Dabei verwies Drosten auf einen Artikel der Berliner Morgenpost, in welchem er seine Worte zutreffender eingeordnet sieht. Auch wenn dies gar nicht der Grund für die aktuelle Aufregung anhand seiner Äußerungen ist, heißt es dort zunächst:

"Denn Drosten formulierte keineswegs, dass man zugunsten einer Infektion auf die doppelte Corona-Impfung verzichten sollte. Der Virologe erklärte eher, wie künftig das Leben mit dem Coronavirus aussehen könnte."

Vielmehr sei es in dem von etlichen Medien entsprechend zitierten Podcast-Ausschnitt darum gegangen, darauf Bezug zu nehmen, wie die Pandemie auf Grundlage einer zunehmenden Impfquote in der Bevölkerung und die dadurch zunehmende Bevölkerungsimmunität einen endemischen Charakter entwickele, wie dies etwa "beiErkältungs- oder Grippeviren" der Fall sei.

Zur mutmaßlich korrekten Einordnung von Drostens Äußerung bezüglich einer "allgemeinen Infektion" folgt ein weiteres Podcast-Zitat von Drosten:

"Ich kann das für mich selbst, für meine eigene Gesundheit auch nur verantworten, weil ich jetzt zweifach geimpft bin. Und ich muss zugeben, ich wäre gerne auch noch ein drittes Mal geimpft."

Dies mache deutlich, "dass Drosten eben nicht meint, dass eine Infektion besseren Schutz biete als die Impfung gegen COVID-19."

Für Drosten liege der Schlüssel zur Bekämpfung des Virus "weiterhin im Impfen". Das entsprechende Drosten-Zitat aus der jüngsten Folge seines Podcasts laute:

"Man könnte diese Pandemie wegimpfen."

Drosten halte dafür jedoch, so die Morgenpost weiter, "eine Impfquote von über 90 Prozent für nötig".

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