Deutschland

Lasst endlich den Söder ran! 70 Prozent der Unionsanhänger für Kanzlerkandidaten-Wechsel

Für Armin Laschet läuft es derzeit nicht gut. Die Umfragewerte sind seit Wochen schlecht, selbst von den Patzern der Konkurrenz konnte er nicht profitieren. Stattdessen machte er selbst Fehler. Unter Unionsanhängern macht sich nun die Sehnsucht nach einem Kandidatenwechsel Luft.
Lasst endlich den Söder ran! 70 Prozent der Unionsanhänger für Kanzlerkandidaten-WechselQuelle: www.globallookpress.com © Kay Nietfeld / dpa

Er will das Land modernisieren, er will unter anderem, dass Deutschland ein "Industrieland bleibt, aber klimaneutral, wirtschaftlich stark und sozial". Im neuen Wahlkampfspot des Unions-Kanzlerkandidaten, ganz am Ende, schaut Armin Laschet zuversichtlich direkt in die Kamera und sagt: "Ich weiß, dass wir das können."

Doch wie nun aus einer Umfrage hervorgeht, sind sich die Anhänger der Union offenbar nicht mehr sicher, dass Armin Laschet das kann: einen Sieg bei der Bundestagswahl Ende September zu erringen. 70 Prozent der Unterstützer von CDU und CSU sprechen sich einer Civey-Umfrage zufolge dafür aus, den CDU-Chef und NRW-Ministerpräsidenten durch den CSU-Chef Markus Söder zu ersetzen.

Aus der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts, die im Auftrag der Augsburger Allgemeinen durchgeführt wurde, befürworten nur 23 Prozent der befragten Unionsanhänger ein Festhalten an der Spitzenkandidatur von Laschet. In einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa heißt es, weitere sieben Prozent würden unentschieden auf die Frage antworten: "Sollte CSU-Chef Markus Söder Ihrer Ansicht nach CDU-Chef Armin Laschet als Unionskanzlerkandidaten ersetzen?"

In der Gesamtbevölkerung ist den Angaben zufolge eine Mehrheit von 52 Prozent für einen solchen Kandidatenwechsel, 38 Prozent sind dagegen und jeder Zehnte äußerte sich unentschieden.

Für Armin Laschet läuft es derzeit wahrlich nicht gut. Bisher hat er es nicht geschafft, im Wahlkampf erfolgreich Themen zu besetzen. Die Umfragewerte sind seit Wochen im freien Fall, von den Patzern der Konkurrenz konnte er nicht profitieren. Sogar die SPD liegt erstmals seit 15 Jahren in einer Umfrage zur Bundestagswahl vor der Union. Vor allem in der CSU soll es deshalb gewaltig rumoren.

CSU-Chef Markus Söder hat nach eigener Darstellung jedoch keine weiteren Ambitionen auf eine Kanzlerkandidatur – weder aktuell noch in vier Jahren. Im Frühjahr lieferten sich Söder und Laschet einen heftigen internen Machtkampf um die Kanzlerkandidatur, den schließlich der CDU-Chef für sich entscheiden konnte. Der bayerische Ministerpräsident sagte nun am Dienstag nach einem CSU-Wahlkampftermin in Unterschleißheim dem Sender münchen.tv:

"Ich habe einmal ein Angebot gemacht, ein zweites Mal bringt überhaupt nix."

Die jüngste Debatte um einen Wechsel des Unions-Kanzlerkandidaten sei laut Söder nur ein Hirngespinst. Am vergangenen Wochenende hatten CDU und CSU im Berliner Tempodrom einen gemeinsamen Wahlkampfauftakt veranstaltet, bei dem auch Laschet, Söder und die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) anwesend waren. Söder hatte dort von allen in der Union, also auch von Laschet selbst, einen "endlich vernünftigen Wahlkampf" eingefordert. Zugleich hatte er aber auch betont, Laschet habe seine ehrliche Unterstützung.

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) forderte nun von der Union eine "Erklär-Offensive". Den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte Kretschmer: "Wir müssen (...) den Deutschen sagen, was sie bekommen, wenn sie bei der Bundestagswahl CDU/CSU wählen."

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