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"Ich halte den Kopf hin" – Kramp-Karrenbauer schließt persönliche Konsequenzen nicht aus

Die Evakuierungsaktion in Afghanistan wird weiter von der Debatte über Konsequenzen aus den Fehleinschätzungen, die vor der Machtübernahme der Taliban getroffen wurden, geprägt. Als erstes Regierungsmitglied schloss Kramp-Karrenbauer persönliche Konsequenzen nicht aus.
"Ich halte den Kopf hin" – Kramp-Karrenbauer schließt persönliche Konsequenzen nicht ausQuelle: AFP © Michael Sohn

"Wenn diese Mission zu Ende ist, dann werde ich für mich selbst sehr genau überlegen, welche Verantwortung ich getragen habe, welcher Verantwortung ich gerecht geworden bin, wo vielleicht auch nicht – und welche Schlüsse ich persönlich daraus ziehen muss", sagte sie am Montag bei Bild TV. Sie ergänzte: "Was immer da vor Ort passiert: Ich halte den Kopf hin."

Sie machte aber deutlich, dass sie sich nun zunächst auf die Evakuierungs-Mission konzentrieren wolle. "Ich bin die Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt, und die muss vorne an Bord stehen in dem Moment, wo eine so gefährliche militärische Mission läuft, in die ich die Leute ja auch geschickt habe." Kramp-Karrenbauer (CDU) hat wie auch Merkel (CDU) und Außenminister Heiko Maas (SPD) Fehleinschätzungen der Lage in Afghanistan zuvor eingeräumt.

Der Evakuierungseinsatz der Bundeswehr in der afghanischen Hauptstadt Kabul wird derweil immer gefährlicher. Am Montagmorgen wurden deutsche Soldaten vor dem Flughafen erstmals in ein Feuergefecht mit unbekannten Angreifern verwickelt. Eine afghanische Sicherheitskraft wurde dabei getötet, drei weitere verletzt. Weil der Zugang zum Flughafen immer schwieriger wird, ist die Truppe nun auch außerhalb des massiv gesicherten Geländes im Einsatz, um Menschen in Sicherheit zu bringen. Daran sind übereinstimmenden Berichten zufolge auch Elitesoldaten des Kommandos Spezialkräfte beteiligt.

Es bleibt nicht mehr viel Zeit für die Rettungsaktion. Die Taliban, die vor gut einer Woche die Macht in Afghanistan übernommen haben, wollen einer Verlängerung der Evakuierungsmission westlicher Staaten über den 31. August hinaus nicht zustimmen. Diese Frist sei eine "rote Linie", sagte ein Taliban-Sprecher dem britischen Nachrichtensender Sky News. "Wenn sie vorhaben, die Besatzung zu verlängern, wird das eine Reaktion hervorrufen".

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