Deutschland

Tausende Anti-Grünen-Plakate in 50 Städten aufgehängt – Grüne und SPD wehren sich mit Hashtags

Die Gegner der Grünen haben mit einer spöttischen Werbekampagne den Wahlkampf-Handschuh in den Ring geworfen. Nachdem Tausende Schmäh-Plakate in grüner Farbe aufgetaucht sind, melden sich die Grünen und ihre Unterstützer zu Wort und setzen Hashtags "gegen Rechts".

In verschiedenen deutschen Großstädten sind seit wenigen Tagen große Plakate zu sehen, auf denen unter dem Motto "#GrünerMist 2021" Stimmung gegen die Grünen gemacht wird. Sie sehen auf den ersten Blick aus wie Plakate der Partei: grüner Hintergrund und Sonnenblumen – die allerdings den Kopf hängen lassen. Versehen sind sie mit Wörtern wie "Wohlstandsvernichtung", "Klimasozialismus", "Ökoterror" oder "Masseneinwanderung", "Asylbetrug" und Ähnlichem.

Es gibt auch eine gleichnamige Webseite mit einem kritischen "Dossier" über führende Politiker der Grünen. Sie wirbt mit Texten des Ex-Spiegel-Kolumnisten Matthias Matussek und des Videobloggers Hagen Grell. Auch ein YouTube-Kanal wurde ins Leben gerufen. Mehrere Tausend Großplakate in 50 deutschen Städten seien für die Kampagne gedruckt worden, teilt ein Werbevideo mit.

Dahinter steckt nach eigener Aussage der Ex-CSUler David Bendels mit seiner Agentur "Conservare Communication GmbH". Er wolle damit davor warnen, dass von den Grünen eine massive Gefahr für Deutschland ausgehe, hatte er gesagt.

Bendels ist auch Vorsitzender des rechtskonservativen "Vereins zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten", der in der Vergangenheit in mehreren Wahlkämpfen Plakate und Broschüren produziert hatte, die zur Wahl der AfD aufriefen, teilte die dpa mit. Die aktuelle Kampagne stehe "in keinerlei Zusammenhang mit der AfD", sagte Bendels. Auch die AfD hatte mitgeteilt, es gebe "keinerlei Verbindung zwischen der AfD und der in Rede stehenden Anti-Grünen-Kampagne".

Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner sprach von einer "rechten Schmutzkampagne AfD-naher Akteure mit dubioser Finanzierung". Rechtlich könne man nichts dagegen tun, schrieb er in einer E-Mail an Unterstützer der Partei, die vom Tagesspiegel zitiert wird. Die Angst der Rechten sei spürbar. Aber man lasse sich davon keinen Millimeter zurückdrängen und werde im Gegenteil doppelt so hart kämpfen, doppelt so viele Plakate aufhängen und an doppelt so vielen Türen klopfen.

"Keine Fake News Kampagne, keine gefälschten Zitate oder Bilder, keine rechte Desinformation, kein noch so schmutziger Wahlkampf wird uns aufhalten", schrieb Kellner (zitiert wie im Original).

Am Donnerstag hat sich die SPD an die Seite der Grünen gestellt und die Schmähplakate gegen die Partei verurteilt. "#GrünerMist ist #Rechtermüll", schrieb SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil am Donnerstag auf Twitter. "Demokraten halten zusammen." Auf einer rot-grünen Kachel stand "In den Farben getrennt, in der Sache vereint gegen Rechts". Auch der SPD-Vorstand und weitere führende SPD-Politiker schlossen sich der Twitter-Kampagne an und ließen den älteren Hashtag "#KeinFußbreitdemFaschismus!" wieder aufleben.

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