Deutschland

Nena zu Corona-Regeln: "Die Frage ist nicht, was wir dürfen, sondern was wir mit uns machen lassen"

Popsängerin Nena fand bei einem Konzert deutliche Worte zu den Corona-Regeln. Diese fielen, nachdem Teile des Publikums ihrer Aufforderung gefolgt waren, sich der Bühne zu nähern. Das Ordnungsamt brach die Veranstaltung vor den Zugaben ab.
Nena zu Corona-Regeln: "Die Frage ist nicht, was wir dürfen, sondern was wir mit uns machen lassen"Quelle: www.globallookpress.com © Michael Kremer / Geisler-Fotopress

Popsängerin Nena hat bei einem Auftritt im Rahmen ihrer Konzert-Reihe "Unter freiem Himmel" am Sonntag die Corona-Politik scharf kritisiert. Die Freilichtbühne, auf der das Konzert stattfand, liegt hinter dem ungenutzten Terminal 5 des Berliner Flughafens. Insgesamt rund 15.000 Getränkekisten waren verwendet worden, um etwa 60 Zentimeter hohe Begrenzungen zu bauen. Nach oben und zur Bühne hin waren diese offen, darin befanden sich Liegestühle.

Das Hygienekonzept des Veranstalters sah vor, dass die Gäste ihre als "Boxen" bezeichneten Platzbegrenzungen während des Konzerts nicht verlassen dürfen. Bei ihrem Lied "Nur geträumt" bat die Künstlerin ihre Gäste, nach vorne zu kommen und mit ihr zu feiern. Das taten diese, wurden jedoch sogleich von den Ordnern in die "Boxen" zurückgeschickt. Nena forderte weiter dazu auf, sich ihr zu nähern, und erhielt eine Ansage vom Veranstalter. Daraufhin wandte sie sich an ihre Gäste und sagte:

"Mir wird gedroht, dass sie die Show abbrechen, weil ihr nicht in eure – wie sie es nennen – Boxen geht. Ich überlasse es eurer Verantwortung, ob ihr das tut oder nicht. Das darf jeder frei entscheiden. Genauso wie jeder frei entscheiden darf, ob er sich impfen lässt oder nicht. Bei mir ist jeder willkommen."

Jubel brach aus, Nena hatte das Publikum offenbar auf ihrer Seite. Als sich der Applaus etwas legte, sprach sie weiter:

"Das Ganze wird hier politisiert, und das ist einfach vollkommen ätzend. (…) Gestern war Christopher Street Day, und es war völlig okay, dass 80.000 Leute eng aneinander auf der Straße waren. Also schaltet den Strom aus oder holt mich mit der Polizei hier runter. I don't fucking care. Ich hab die Schnauze voll davon."

Erneut frenetischer Jubel, noch einmal etwas stärker als beim ersten Mal. Und dann sprach die Künstlerin diesen Satz:

"Die Frage ist nicht, was wir dürfen, sondern die Frage ist, was wir mit uns machen lassen."

Daraufhin betrat Nenas Freund Philipp Palm die Bühne und bat die Menschen, wieder auf die zugeteilten Plätze zu gehen, damit nicht abgebrochen werden müsse. Die Leute taten dies, und das Konzert lief zunächst scheinbar normal weiter. Doch Unruhe schien sich breitzumachen, denn ein paar Lieder später strömen die Menschen wieder nach vorne.

Das Konzert endete zwar offiziell ganz regulär, allerdings wäre im Anschluss eigentlich noch eine Zugabe üblich gewesen. Doch das Ordnungsamt schritt nun ein und brach das Konzert ab, sodass diese nicht mehr stattfinden konnte. An vielen Stellen habe man sich nicht an die Vereinbarungen gehalten, so die Begründung.

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