Deutschland

Merkel und Spahn streben Impfquote von 80 Prozent an

Die Regierung legt die Messlatte für die Impfkampagne in Deutschland höher. 80 Prozent der Bevölkerung sollten den zweifachen Impfschutz gegen COVID-19 erhalten, erklärten Angela Merkel und Jens Spahn am Montag. Bisher sind fast 39 Prozent der Bürger zweimal und 56 Prozent einmal geimpft.
Merkel und Spahn streben Impfquote von 80 Prozent anQuelle: www.globallookpress.com © Tobias Schwarz/dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) haben am Montag dafür plädiert, eine Corona-Impfquote von 80 Prozent anzustreben. Sie wiesen auf die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus hin und riefen dazu auf, bei den Bemühungen um das Impfen nicht nachzulassen.

Am Sonntag waren nach ihren Informationen und nach Angaben des Robert Koch-Institutes 56,5 Prozent der Deutschen mindestens einmal gegen das Virus geimpft. 38,9 Prozent haben zwei Impfungen erhalten. Den Verlauf der Impfkampagne schätzten beide Politiker auf der letzten Beratung des Bundesvorstandes ihrer Partei als gut ein.

Spahn sagte, das Tempo der Impfungen nehme etwas ab. Er schlug vor, Impfangebote mit Aktivitäten wie einem Stadionbesuch zu verbinden.

Mit der Orientierung auf eine Impfquote von 80 Prozent greift die Regierung jüngste Forderungen von Experten auf. Diese sprechen von 80 bis 85 Prozent, um die "Herdenimmunität" zu erreichen. Zu Beginn der Pandemie gingen Experten noch davon aus, dass eine Impfquote von 67 Prozent in Deutschland ausreicht, um die Verbreitung des Virus zu stoppen. 

Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité sagte in einem Interview mit dem Schweizer Online-Magazin Republik Anfang Juni: "Das war von Anfang an ein Missverständnis, wenn man das so aufgefasst hat, dass Herdenimmunität bedeutet: 70 Prozent werden immun – egal jetzt, ob durch Impfung oder Infektion –, und die restlichen 30 Prozent werden ab dann keinen Kontakt mehr mit dem Virus haben."

Die Bundesregierung spricht sich gegen Sanktionen für Menschen aus, die einen Impftermin ohne vorhergehende Absage nicht wahrnehmen. Ihr Sprecher nahm damit Stellung zu Diskussionen über mögliche Sanktionen für "Schwänzer", die am Wochenende geführt wurden. Allerdings betont die Regierung die Bedeutung des Impfens und appelliert an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen.

Die Thematik der Corona-Entwicklung in den Schulen werde nach den Sommerferien mit Wucht kommen, sagte Spahn. Hessens Ministerpräsident und CDU-Bundesvize Volker Bouffier wurde von den Teilnehmerkreisen des Parteivorstandes mit den Worten zitiert, die Schulen müssten um jeden Preis offen bleiben. Darüber dürfe es keine Spekulationen geben.

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(dpa/rt)

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