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Berlin: Bericht über Betrug bei Firmen zur Bewachung von Flüchtlingsunterkünften

Geschäfte über Strohmänner, Verbindungen ins Clan-Milieu, Schwarzarbeit oder frisierte Rechnungen: Laut einem Bericht des "rbb" soll in Berlin bei zahlreichen Firmen, die zur Bewachung von Flüchtlingsunterkünften engagiert worden waren, Betrug stattgefunden haben.
Berlin: Bericht über Betrug bei Firmen zur Bewachung von FlüchtlingsunterkünftenQuelle: www.globallookpress.com © Michael Kappeler / dpa

Rund 500 Firmen in Berlin arbeiten in der sogenannten Sicherheitsbranche. Einige von ihnen sind in den vergangenen Jahren auch für die Bewachung von Flüchtlingsunterkünften in der Hauptstadt engagiert worden. Doch nun heißt es in einem Medienbericht, dass einige Sicherheitsfirmen den Staat systematisch geschädigt haben sollen. Die Rede ist von Betrug. 

In Berlin gibt es insgesamt 81 Flüchtlingsunterkünfte. Nach Recherchen von rbb24 werden 26 private Security-Firmen seitens des dafür zuständigen Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) für die Bewachung der Gebäudekomplexe offiziell als Geschäftspartner geführt. Seit 2017 habe das Amt dafür rund 150 Millionen Euro an die beauftragten Unternehmen gezahlt.

Doch laut rbb-Recherchen würden zahlreiche Subunternehmen in der Bewachung mitmischen. Regelrechte Netzwerke aus Dutzenden privaten befreundeten Sicherheitsfirmen würden sich etwa untereinander Scheinrechnungen ausstellen, um die Kosten für die gar nicht vollbrachten Tätigkeiten künstlich in die Höhe zu treiben.

Zudem würden die Unternehmen viele der Mitarbeiter offiziell nur als Teilzeitkräfte beschäftigen, sie jedoch Vollzeit einsetzen. Das restliche Geld würden sie dann bar auf die Hand auszahlen, vorbei am Finanzamt und Sozialversicherungen.

Zahlreiche Firmen sollen lediglich mit sogenannten Scheingeschäftsführern aufgebaut worden sein. Diese würden ständig wechseln oder die Firmen schnell liquidieren und neue eröffnen. Zudem hätten die Unternehmen oft nur eine Geschäftsadresse mit bloß einem Briefkasten dort vorzuweisen. Dem Bericht zufolge hätten einige Firmen sogar Verbindungen ins Clan-Milieu. Sie wären demnach auch im Besitz von Mitgliedern der sogenannten Großfamilien, was die Polizei dem Sender bestätigt habe.

Das LAF hatte sich zunächst auf die Anfrage von rbb24 nicht geäußert. Gegenüber dem Tagesspiegel hatte die Behörde mitgeteilt, dass dem LAF keine Hinweise zu Scheinabrechnungen von den von ihnen beauftragten Unternehmen vorliegen würden.

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