Arbeitsminister Heil will Selbstständige künftig in das Rentensystem einbeziehen

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will zur Stabilisierung der Rentenkassen die Selbstständigen einbeziehen. "Je mehr einzahlen, desto besser für die Stabilität der Rentenkasse", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch im ARD-Morgenmagazin. "Deshalb habe ich einen Vorschlag gemacht, die Selbstständigen in das System der Alterssicherung einzubeziehen." Zudem sorgten auch höhere Mindestlöhne, bessere Tarifverträge und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für mehr Rentenbeiträge. "Die gesetzliche Rente mit einem stabilen Rentenniveau und mit einem stabilen Renteneintrittsalter mit flexiblen Übergängen ist das Richtige."
Rentenpolitik und die Debatte um die Qualität von Masken für besonders Schutzbedürftige waren Thema heute im @ardmoma @BMAS_Bund https://t.co/M8wWKKJR9r
— Hubertus Heil (@hubertus_heil) June 9, 2021
Ein Beratergremium der Bundesregierung hatte in einem Gutachten vorgeschlagen, das Renteneintrittsalter auf 68 Jahre anzuheben, um eine Lücke in der Finanzierung der Altersrenten zu schließen. Eine "Rente mit 68" lehnte Heil ab. Auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier versicherte, er sei seit jeher gegen eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters. Auf Twitter schrieb Altmaier:
Das Rentenalter ist in der 1. Groko (CDU/SPD/CSU) auf Vorschlag des geschätzten Kollegen F. Müntefering auf 67 Jahre festgesetzt worden. Dabei sollte es bleiben, das ist seit Jahren meine Meinung. Der Wiss. Beirat ist unabhängig; seine Vorschläge binden weder BMWi noch Minister.
— Peter Altmaier (@peteraltmaier) June 8, 2021
Derzeit wird das Rentenalter stufenweise von 65 auf 67 angehoben. Ab dem Geburtsjahr 1964 liegt es bei 67 Jahren. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland liegt derzeit bei 83,6 Jahren für Frauen und 78,9 Jahren für Männer.
Ohne die Anhebung des Mindestrentenalters auf 68 Jahre drohen ab 2025 "erschreckend zunehmende Finanzierungsprobleme in der gesetzlichen Rentenversicherung", prognostizieren die Experten des Beratergremiums anlässlich des neuen Gutachtens zur Zukunft der Rente.
Der Ökonom Bernd Raffelhüschen sagte der Bild: "Die Bundesregierung kann jetzt nur noch zwischen Pest und Cholera wählen: Entweder hebt sie die Beitragssätze für die Rentenkasse auf fast 28 Prozent an oder der Bundeszuschuss muss extrem wachsen. Am Ende wird uns das Rentensystem um die Ohren fliegen."
Etwa 4,2 Millionen Menschen in Deutschland sind selbstständig tätig, das heißt vor allem: Sie arbeiten auf eigene Rechnung, tragen das unternehmerische Risiko, unterliegen keiner Weisung eines Vorgesetzten oder eines Auftraggebers und bestimmen ihre Arbeitszeit selbst. Nach aktuellem Gesetzesstand sind sie von der Zahlung von Rentenbeiträgen freigestellt.
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(rt/reuters)
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