Deutschland

Nach gescheiterten Tarifverhandlungen: Bahn-Streik droht im Sommer

Auch in der vierten Tarifrunde konnten sich der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) Claus Weselsky und der Bahn-Personalvorstand Martin Seiler nicht einigen. Nun droht ein Streik zur Sommerreisezeit – einen konkreten Termin gibt es jedoch noch nicht.
Nach gescheiterten Tarifverhandlungen: Bahn-Streik droht im SommerQuelle: www.globallookpress.com © Wolfgang Kumm/dpa

Auch in der vierten Tarifrunde konnten sich der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, und Bahn-Personalvorstand Martin Seiler nicht einigen. Nun droht ein Streik zur Sommerreisezeit – einen konkreten Termin gibt es jedoch noch nicht. DB-Personalvorstand Martin Seiler sagte gegenüber der dpa:

"Die GDL-Führung nimmt bewusst Schaden für die Kunden und Kundinnen und die DB in Kauf – und das mitten in der aufkommenden Reiselust nach dem Corona-Lockdown."

Noch im Herbst habe er sich mit ihrer größten Gewerkschaft, der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), geeinigt. Ab Anfang 2022 sollten die Beschäftigten dann 1,5 Prozent mehr Geld bekommen. Eine Lohn- und Gehaltssteigerung von 3,2 Prozent mit einer Laufzeit von 28 Monaten war vorgesehen. Davon ist man aber wieder abgerückt, nachdem die Bahn Milliardenverluste machte und wegen des Verkehrseinbruchs an Flughäfen Sonderregeln mit verzögerten Tarifsteigerungen, verringerter Arbeitszeit und einer Aussetzung leistungsorientierter Bezahlung gelten. 

Die Lokführergewerkschaft GDL hatte ein erstes Bahn-Angebot als unannehmbar abgelehnt und dann selbst veränderte Forderungen vorgelegt. Von den früheren Forderungen von 4,8 Prozent hat sie sich verabschiedet. Laut Bahn liegen die Forderungen der GDL nun beim Dreifachen des im öffentlichen Dienst Vereinbarten.

Kompliziert wird die Tarifrunde durch den Streit der Gewerkschaften untereinander: Die EVG und die GDL erheben beide den Anspruch, für die in Deutschland rund 185.000 Beschäftigten beim Schienenpersonal zu verhandeln. Die Bahn sieht sich aber gezwungen, das Tarifeinheitsgesetz anzuwenden. Danach gilt ein Tarifvertrag nur dort, wo die jeweilige Gewerkschaft die Mehrheit hat. Laut Bahn hat die GDL nur in einem kleinen Teil der Einzelbetriebe des Konzerns die Mehrheit. Die Gewerkschaft bestreitet das und geht juristisch gegen diese Einschätzung vor.

Nun fordert die DB die GDL auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Passiert das nicht, sind Warnstreiks im Sommer höchstwahrscheinlich. Einen konkreten Streik-Termin gibt es noch nicht.  

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