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Probleme bei Herstellung von Schützenpanzer Puma: Reduzierte Haushaltsmittel der Bundesregierung

Die Herstellerfirma des Schützenpanzers Puma warnt vor Stellenabbau durch fehlende Finanzierung zur Herstellung und Aufrüstung des Panzers. Die Bundesregierung hatte bereits in der Vergangenheit die Zahl der Bestellungen und Mittel stark reduziert. Hilfesuchend wendet sich der Konzern nun an die Politik.
Probleme bei Herstellung von Schützenpanzer Puma: Reduzierte Haushaltsmittel der BundesregierungQuelle: www.globallookpress.com © Philipp Schulze

Hersteller des Schützenpanzers Puma ist der Rüstungskonzern Kraus-Maffei Wegmann (KMW). Gemeinsam wurde das Militärgerät mit der Rheinmetall Landsysteme GmbH (RLS) entwickelt und produziert. Der Puma-Panzer wurde durch die Presse als "Pannenpanzer" bekannt. Während der Einsatzprüfung im Juli 2020 waren an dem Schützenpanzer teilweise erhebliche Mängel festgestellt worden. Die Fähigkeiten des Systems waren dadurch deutlich eingeschränkt. 

Nun aber gibt es neue Probleme. Diese sind diesmal nicht technischer Natur, sondern betreffen die Beschaffung und Aufrüstung. Es fehlen notwendige finanzielle Mittel. Die Bundesregierung hat hier wieder einmal gekürzt. Wollte die Bundeswehr ursprünglich eigentlich 1.152 Pumas erwerben, waren es letztlich nur wenige Hundert. Auch die Bestellung von 220 Panzern für das kommende Jahr könnte ganz wegfallen. 

Schriftlich haben sich die Chefs des Konzerns an den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) und den Ministerpräsidenten des Saarlandes Tobias Hans (CDU) gewandt. Die Briefe liegen BusinessInsider vor. Hierin wird bemängelt, dass in den Haushaltsverhandlungen für 2021 "weder die Nachrüstung des 1. Loses Puma ausreichend finanziert noch Haushaltsmittel für das 2. Los Puma bereitgestellt" worden seien. Bis zu 1.200 Arbeitsplätze könnten abgebaut werden: 

"Ohne eine klare Beschaffungsentscheidung für das 2. Los Puma muss auch KMW als Systemhaus Standorte in Bayern, in Hessen und im Saarland um insgesamt mindestens 1.200 Mitarbeiter reduzieren." 

Zudem würden zweistellige Millionensummen an Investitionen an den verschiedenen Standorten des Konzerns in Hessen, Saarland und womöglich auch in Bayern verloren gehen. Die Gemeinden müssten folglich Millionen an Gewerbesteuer einbüßen. 

Im März hatte die Bundeswehr bekannt gegeben, dass der Schützenpanzer Puma nach zahlreichen technischen Problemen endlich wieder gefechtstauglich sei. Ausgebessert wurden die Tag- und Nachtsichtkameras sowie die Fähigkeit der Panzerabwehr. Im Jahr 2023 sollen 40 hochgerüstete Fahrzeuge als deutscher Beitrag zur schnellen Eingreiftruppe der NATO gemeldet werden. 

Generalleutnant Alfons Mais:

"Der Puma ist signifikant verbessert. Die Stabilität der Waffenanlage ist deutlich besser. Das Gesamtsystem ist runder und das Zusammenspiel der Komponenten hat sich deutlich stabilisiert."

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