Deutschland

Katrin Göring-Eckardt: "Wir brauchen schnellstmöglich eine Impfstrategie für Kinder und Jugendliche"

Der Impfstoffhersteller BioNTech hat die Zulassung eines Impfstoffs für Kinder beantragt. Die Politik reagiert begeistert. Die Grüne Katrin Göring-Eckardt spricht von einem "Hoffnungssignal für eine ganze Generation" und fordert "eine schnelle Kinder-Impfkampagne".
Katrin Göring-Eckardt: "Wir brauchen schnellstmöglich eine Impfstrategie für Kinder und Jugendliche"Quelle: www.globallookpress.com © Jürgen Heinrich via www.imago-im/www.imago-images.de

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt fordert Pläne für Corona-Impfungen bei Kindern und Jugendlichen. Der Nachrichtenagentur dpa sagte die Thüringerin:

"Bund und Länder müssen es dieses Mal endlich hinbekommen, vorausschauend zu handeln. Wir brauchen schnellstmöglich eine Impfstrategie für Kinder und Jugendliche, sonst wird das im Sommer wieder Streit und Chaos mit Ansage."

Der deutsche Impfstoffhersteller BioNTech und sein US-Partner Pfizer hatten am Freitag mitgeteilt, sie hätten bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA die Zulassung ihres Impfstoffs für Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren beantragt. Dabei gehe es um die Anpassung und Erweiterung der bestehenden Zulassung auf diese Altersgruppe, teilten die Unternehmen am Freitag mit.

Sobald die EMA die Änderung genehmige, werde die angepasste bedingte Zulassung in allen 27 Mitgliedsstaaten der EU gültig sein. Das Mittel von BioNTech/Pfizer ist in der EU und in den USA bislang erst für Menschen ab 16 Jahren bedingt zugelassen.

Göring-Eckardt wertete diese Ankündigung des Unternehmens als "Hoffnungssignal":

"Dass junge Menschen nun schon viel früher als gedacht mit BioNTech geimpft werden könnten, ist ein Hoffnungssignal für eine ganze Generation, die in der Pandemie besonders getroffen wurde."

Die Einschnitte, die junge Menschen gerade hinnehmen, bräuchten viel mehr Anerkennung.

Bei der Strategie müsse sichergestellt werden, dass Kinder aus sozial benachteiligten Wohnvierteln nicht hinten runterfielen, forderte die Grünen-Politikerin. Familienministerin Franziska Giffey (SPD) müsse klären, welche Logistik für eine schnelle Kinder-Impfkampagne nötig ist, wie die Impfbereitschaft erhöht werden und Verteilungskonflikte beim Impfstoff verhindern werden könnten:

"Wo immer geimpft werden kann, muss das auch geschehen, ob per Impfmobil und Hausärztin, in der Schule durch die Schulärztin, oder an allen anderen Orten, an denen Kinder und Familien erreicht werden können."

Auch die Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund, ebenfalls Politikerin der Grünen, zeigte sich von der Ankündigung BioNTechs begeistert. Auf Twitter schrieb sie:

"Als Mutter macht mich das unendlich glücklich: Der Impfstoff für Kinder kommt."

Wie die anderen verwendeten Impfstoffe verfügt auch das BioNTech-Vakzin nur über eine bedingte Zulassung. Über den Umfang und die Dauer der Schutzwirkung gibt es aufgrund des kurzen Beobachtungszeitraums ebenso wenig belastbare Erkenntnisse wie über mögliche schädlichen Nebenwirkungen. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte im März nach dem sogenannten Impfgipfel erklärt:

"Alle diese Impfstoffe haben eine bedingte Zulassung, im Laufe dieser bedingten Zulassung sammeln wir zum ersten Mal Erfahrung, was passiert, wenn dieser Impfstoff für Millionen von Menschen angewandt wird."

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(rt/dpa)

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