Deutschland

Energiekosten um sieben Prozent weiter gestiegen

Auf die Bundesbürger kommen nochmals deutlich höhere Energiekosten zu. Von Dezember zu Januar sind schlagartig die Kosten für Heizung, Strom und Kraftstoffe laut dem Vergleichsportal Verivox der ProSiebenSat.1 Media-Group im Schnitt um knapp 7 Prozent gestiegen.
Energiekosten um sieben Prozent weiter gestiegenQuelle: www.globallookpress.com © Florian Gaertner/photothek.net v

Durch die Kälte im Januar kam beim Heizen nach Angaben des Internetportals Check24 gegenüber dem Vergleichsmonat im Vorjahr eine Steigerung um 17 Prozent zustande.

Die Kosten für einen Haushalt mit Gasheizung seien sogar um 18 Prozent gestiegen. Wer noch mit Öl heize, so Verivox, habe dagegen wegen niedrigerer Preise gegenüber dem Vorjahr rund 0,8 Prozent gespart. Für die Haushalte in Deutschland war es der stärkste Anstieg innerhalb eines Monats in den vergangenen zehn Jahren, heißt es in der Analyse.

Für einen Musterhaushalt lagen statistisch die gesamten Energiekosten pro Jahr bis Dezember 2020 bei 3.429 Euro, ab Januar 2021 werde die gleiche Energiemenge für ein ganzes Jahr bereits 3.665 Euro kosten. Das entspreche einer Preissteigerung von rund 6,9 Prozent über den Jahreswechsel von 2020 zu 2021. Preistreibend seien dabei vor allem das Auslaufen der befristeten Mehrwertsteuersenkung, die Einführung der CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe sowie gestiegene Großhandelspreise, so Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. Letztere waren während der COVID-19-Pandemie zunächst deutlich gesunken, jetzt ziehen sie wieder an.

Im Vergleich zum Dezember 2020 verteuerte sich Heizöl um 12 Prozent und Gas um 5 Prozent. Da mehr Haushalte mit Gas als mit Heizöl heizen, wären die Heizkosten im mengengewichteten Durchschnitt um 7,2 Prozent gestiegen.

An der Tankstelle wären die Spritpreise im Schnitt um 10 Prozent erhöht worden. Benzinpreise wären im Monatsvergleich um 9,8 Prozent gestiegen, die Preise für Dieselkraftstoff um 11,2 Prozent. Im Durchschnitt entspricht das einem Anstieg um 10,2 Prozent. Beim Strom ergibt sich eine Verteuerung um 2,5 Prozent.

Auch die neue CO2-Abgabe aus dem Klimapaket drückte die Preise zu Jahresbeginn nach oben: In Bayern etwa mussten die Verbraucher dadurch 15,6 Prozent mehr für leichtes Heizöl bezahlen als noch im Dezember. An den Zapfsäulen für Kraftstoffe wie Benzin wurden im Freistaat 9,8 Prozent mehr verlangt.

Der Verivox-Energiekostenindex zeigt die durchschnittliche Entwicklung der Energiepreise für einen bundesdeutschen Haushalt. Es werden die Kosten für Heizung, Elektroenergie und Mobilität mengengewichtet berücksichtigt. Der Basismonat des Energiekostenindex ist Januar 2015. Die Grundlage für die  statistische Schätzung ist ein Drei-Personen-Musterhaushalt mit einem jährlichen Wärmebedarf von 20.000 Kilowattstunden (kWh), einem Elektroenergieverbrauch von 4.000 kWh und einer jährlichen Fahrleistung von 13.300 Kilometern im Individualverkehr.

Im Bereich Heizung werden die Preise für Gas und Heizöl mengengewichtet nach Haushalten berücksichtigt. Der durchschnittliche Strompreis entspricht dem separat errechneten Verbraucherpreisindex Strom, bei dem sowohl die Preise der örtlichen Grundversorger als auch der 30 wichtigsten überregionalen Anbieter herangezogen werden.

Damit führt Deutschland weltweit die Strompreise an. Platz 1: Deutschland (32,10 Cent pro Kilowattstunde), Platz 2: Dänemark (27,81 Cent pro Kilowattstunde), Platz 3: Bahamas (27,73 Cent), Platz 4: Belgien (26,60 Cent), Platz 5: Portugal (26,40 Cent), Platz 6: Kap Verden (24,94 Cent), Platz 7: Japan (24,64 Cent).

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