Deutschland

Bundesregierung: Noch kein Überblick über Corona-Mutationen in Deutschland

In der Schweiz wurde die mutierte Version des Coronavirus durch Abwasser-Monitoring schon im Oktober 2020 nachgewiesen. Deshalb wollte RT DE auf der BPK wissen, ob es auch in Deutschland Möglichkeiten gibt, um festzustellen, wie lange die neue SARS-CoV-2-Variante bereits in Deutschland kursiert.

Laut Medienberichten kursiert die als B.1.1.7 bezeichnete Mutation von SARS-CoV-2, die zum ersten Mal in Großbritannien aufgetreten sein soll, bereits seit Oktober in der Schweiz. Festgestellt wurde dies durch Abwasser-Monitoring, da man Spuren von SARS-CoV-2 auch im Abwasser nachweisen kann. Wie die Zeitung Tamedia berichtete, wurde B.1.1.7 bereits in einer Probe vom 26. Oktober 2020 nachgewiesen und am 5. Januar gemeldet. In Österreich kam man zu ähnlichen Ergebnissen: Die neue Version ist in einigen Gebieten Österreichs bereits weit verbreitet.

Vor diesem Hintergrund wollte RT DE-Redakteur Florian Warweg wissen, ob es auch in Deutschland Möglichkeiten mittels Abwasser-Monitoring und der Revision von Proben gibt, um festzustellen, ob diese Mutation – ähnlich wie in den Nachbarländern – womöglich bereits seit Oktober im Umlauf ist. Dies hätte immerhin auch Implikationen auf die Vorgehensweise der Bundesregierung, die aus Furcht vor der Ausbreitung der neuen SARS-CoV-2-Variante auf dem letzten Bund-Länder-Gipfel härtere Maßnahmen beschloss.

Frage Warweg:

In der Schweiz hat man jetzt festgestellt, dass diese sogenannte britische Mutation bereits seit Oktober im Umlauf ist, in Österreich gibt es ähnliche Erkenntnisse. Herausgefunden hat man das unter anderem auch durch Abwasser-Monitoring. Da würde mich interessieren: Verfügt denn auch die Bundesrepublik Deutschland über Projekte und Möglichkeiten mittels Abwasser-Monitoring und Revision von Proben, um herauszufinden, ob diese britische Mutation vielleicht, ähnlich wie in den Nachbarländern, bereits seit Oktober im Umlauf ist? Das hat ja auch Implikationen auf die Art und Weise, wie man Sachen vermittelt und hier in der Bundesrepublik angeht.

Sprecher des Gesundheitsministeriums:

Meines Wissens gibt es eine solche Studie zum Thema Abwasser-Monitoring, aber konkrete Details müsste ich nachreichen.

Vize-Regierungssprecherin:

Ich kann vielleicht nur noch einmal darauf hinweisen, dass wir ja letzten Montag eine neue Verordnung vorgestellt haben, mit der bundesweit Genom-Sequenzierung erheblich ausgebaut wird, und Ziel dieser Verordnung ist es ja, einen besseren Überblick über die verschiedenen kursierenden Coronavirus-Varianten und damit auch über die Verbreitung neu auftretender Virus-Mutanten zu bekommen. Sie kennen sicherlich die Verordnung.

Zusatzfrage Warweg:

Aber ich hatte ja sozusagen auch explizit auf die zwei Nachbarländer Deutschlands verwiesen, wo dieses Virus schon früher festgestellt wurde. Verfügt die Bundesregierung über Erkenntnisse, dass das auch in Deutschland der Fall ist, denn das hat ja schon relevante Implikationen für den Umgang mit der selbigen Mutation.

Sprecher des Gesundheitsministeriums:

Es gibt ja eine Verordnung, die wir beschlossene haben, die Genom-Sequenzierung für diese Mutanten drastisch auszuweiten. Und erste Ergebnisse aus dieser Sequenzierung, die werden Anfang Februar vorliegen. Insofern kann ich diesen Ergebnissen jetzt nicht vorgreifen.

Mehr zum Thema - "Uns ist das Ding entglitten": Kanzlerin Merkel fordert laut Medienbericht viel schärfere Maßnahmen

Sehr geehrte RT DE-Leser,

wir sind auf einen neuen Dienst für die Kommentarfunktion umgestiegen.

Da wir die Privatsphäre unserer Leser respektieren und Ihre Daten nicht an eine Drittplattform übermitteln werden, müssen Sie sich erneut registrieren. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeit und hoffen, dass sie sich weiterhin mittels der Kommentarfunktion über aktuelle Themen austauschen und informieren können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre RT DE-Redaktion