Deutschland

Afghanische Flüchtlinge im Kreis Heilbronn in Lastwagen entdeckt (Video)

Am Wochenende wurden im Kreis Heilbronn zwölf afghanische Flüchtlinge entdeckt. Sie verharrten über mehrere Tage in den Lastwagen und waren erschöpft. In jüngster Zeit mehren sich solche Fälle. In der Regel reisen die Flüchtlinge aus Rumänien ein.

Zum zweiten Mal an diesem Wochenende hat die Polizei auf einem Parkplatz bei Bad Rappenau (Kreis Heilbronn) sechs Flüchtlinge aus Afghanistan in einem Lastwagen entdeckt, berichtet der SWR. Laut Polizeiangaben hörte der Fahrer des Sattelzuges auf dem Autohof Bad Rappenau am Sonntagvormittag die Geräusche in seinem Auflieger. Eine Mitarbeiterin des Hofs habe die Polizei verständigt, die den Auflieger öffnete und die sechs Personen entdeckte.

Am Tag zuvor hat ein Lastwagenfahrer in der Nähe ebenfalls sechs illegal eingereiste Flüchtlinge an der Autobahn 6 in seinem Laderaum bemerkt. Weil der Auflieger schwankte, verständigte sein Kollege am Samstag während einer Pause nahe Bad Rappenau bei Heilbronn die Polizei. Die Beamten fanden sechs Männer aus Afghanistan im Alter von 15 bis 21 Jahren im Laderaum, wie die Polizei mitteilte.

Sie stiegen eigenen Angaben zufolge drei Tage zuvor in Rumänien in den Auflieger, waren erschöpft und hatten Hunger und Durst. Die Feuerwehr Heilbronn versorgte die Männer mit Getränken, der Rettungsdienst begutachtete sie medizinisch. Wie die dpa berichtet,  wurden Flüchtlinge in die Landesaufnahmeanstalt nach Karlsruhe gebracht, zwei an das Jugendamt überstellt.

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Die beiden Fälle bei Bad Rappenau sind nicht die einzigen in jüngster Zeit. So wurden am Vortag auf einem Rasthof bei Appenweier (Ortenaukreis) ebenfalls sechs Flüchtlinge aus Afghanistan im Laderaum eines Lastwagens aufgegriffen. Laut Polizei hatten sie sich durch Klopfen bemerkbar gemacht. Der Fahrer gab an, aus Rumänien gekommen zu sein.

Am 18. Januar entdeckten Polizisten auf einem Autobahnparkplatz bei Heusweiler im Saarland fünf Menschen aus Afghanistan in einem Lastwagen. Dort hatte ein Mann beobachtet, wie der Fahrer in den Anhänger gesprochen hat. Ziel der fünf Flüchtlinge sei Frankreich gewesen, meldete die Polizei weiter.

Das Hereinschmuggeln von Flüchtlingen in Lastwagen ist mit hohen Todesrisiken verbunden. Für großes Aufsehen sorgte ein tragischer Fall aus dem Jahr 2015, als in einem Kühllaster 71. Flüchtlinge erstickt waren. Die starben, als der Lastwagen an einer Autobahn in Österreich bei glühender Hitze abgestellt wurde. Die Opfer kamen aus dem Irak, Syrien, Afghanistan und dem Iran. 

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