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Deutschland: Erste Corona-Impfausweise ausgegeben

Strittig ist bisher, ob Geimpfte Privilegien erhalten werden. In einem bayerischen Landkreis erhielten nun die ersten 800 Personen einen digital-analogen Impfausweis, nachdem sie auch mit der zweite Dosis des Vakzins geimpft wurden.
Deutschland: Erste Corona-Impfausweise ausgegebenQuelle: www.globallookpress.com © Dwi Anoraganingrum/Geisler-Fotop

Fernreisen ohne Quarantäne? Zugang zu öffentlichen Gebäuden? Noch wird über Impfprivilegien diskutiert. Derzeit werden die Risikogruppen geimpft, und es geht nur langsam voran. Begonnen wurde hiermit am 27. Dezember mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer. Auch dem Moderna-Impfstoff wurde eine Genehmigung erteilt. Gesundheitsminister Jens Spahn spricht von einem Angebot, das freiwillig und kostenlos bleibt.

Die ersten Impfpässe gingen im bayerischen Altötting nun an diejenigen, die zum zweiten Mal ein Vakzin gegen das Coronavirus erhalten haben. Insgesamt 800 Personen waren es bisher. Die Pässe sehen aus wie eine weiße Scheckkarte. Auf der einen Seite sind Angaben zu Impfdaten und Impfstoff vermerkt, dazu Name, Geburtsdatum, Adresse und ein Foto. Auf der Rückseite ein scanbarer QR-Code. Dieser erlaubt dem Impfempfänger, die Daten zu scannen und sie als digitalen Impfnachweis zu hinterlegen. Der Datenschutz ist dadurch gewährleistet, da nur der Geimpfte Zugang zu den Daten hat.

Govdigital betreibt die Rechner, auf denen der digitale Nachweis gespeichert wird. Da es sich um eine Genossenschaft kommunaler Rechenzentren handelt, gelangen die Daten nicht in fremde Hände.

Hoffnung auf ein normaleres Leben durch Impfungen

Einer der Anwohner Altöttings, der zum zweiten Mal geimpft wurde, ist der Kinder- und Jugendarzt Ronald Schmid:

"Ich fühle mich genauso gut wie vorher. Eigentlich fühle ich mich noch besser! Und ich freue mich, dass ich wieder ein normaleres Leben führen kann."

Aber Sonderrechte wird es zu diesem Zeitpunkt nicht geben. Bahnchef Richard Lutz sagt dazu:

"Niemand wird vorerst auf eine Maske verzichten können, nur weil er einen Impfausweis hochhält."

Der Professor für Verfassungsrecht an der Ruhr-Uni Bochum Stefan Huster ist allerdings der Ansicht, dass es bei Geimpften keinen zu rechtfertigenden Grund mehr für Beschränkungen geben wird. Anreiz zum Impfen könnte die Rückgabe bestimmter Rechte sein.

In Altötting will der Landrat auch einen Immunitätsausweis für diejenigen, die sich bereits mit dem Coronavirus infiziert hatten und daher wahrscheinlich immun sind. RT DE bat den zuständigen Landrat um eine Stellungnahme, welche etwaige Erleichterungen konkret erwägt werden und ob die Tatsache, dass sich Menschen mehrmals mit dem Coronavirus infizieren beziehungsweise auch Geimpfte möglicherweise andere Menschen noch anstecken können, dabei berücksichtigt werden. Bis zum Erscheinen des Artikels gab es jedoch noch keine Rückmeldung. 

Geimpft werden in Deutschland zunächst die Risikogruppen. Sorgen bereiten jedoch die Mutationen des Coronavirus. Diese könnten zur Verlängerung des Lockdowns führen und den Schutz der Impfungen vor einem schweren Verlauf einer Corona-Infektion schmälern. Die ersten Mutationen wurden in Großbritannien, Südafrika, Brasilien und den USA entdeckt. Zwei Studien zeigten nun, dass Personen, die einen milden Krankheitsverlauf hatten, sich dennoch mit der neuen Variante infizieren können und dass die entwickelten Impfstoffe weniger Schutz bieten.

Am Vormittag des 22. Januar lag die Zahl der gegen das Coronavirus geimpften Personen in Deutschland bei rund 1,5 Millionen.

Mehr zum Thema - "Es wird jeder geimpft!" – RKI-Chef über Impfbereitschaft und Angela Merkel

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