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"Verpisst Euch!" – Oberbayerische Miesbacher wollen keine Münchner sehen

Wie sehr die anhaltende Corona-Krise an den Nerven vieler Menschen zehrt, zeigt ein großformatiges Schild im oberbayerischen Miesbach. Dieses fordert Münchner recht unsanft dazu auf, doch bitte "dahoam" zu bleiben. Nun ermittelt gar die Staatsanwaltschaft.
"Verpisst Euch!" – Oberbayerische Miesbacher wollen keine Münchner sehen© Facebook

Auch mitten in der Corona-Krise zieht es viele Münchner nach wie vor zur Erholung in das schöne oberbayerische Miesbach. Doch damit könnte vorerst Schluss sein. Einige Anwohner haben offenbar ein Problem mit den Nachbarn von der Isar. Kurz vor Jahreswechsel wurde in dem Ort ein großformatiges Schild aufgestellt – darauf zu sehen ist ein Stinkefinger unter einem Münchner Kennzeichen, darüber steht: "Verpisst Euch!! Wir wollen euch nicht..."

Dazu eine Botschaft in breitem Bayerisch: "An olle stodara, bleibts dahoam, wos hi gherts, und blockierts ned ois ihr lupenreinen idis" – was auf Hochdeutsch ungefähr heißen dürfte: "Stadtbewohner, bleibt zuhause, wo ihr hingehört und blockiert hier nicht alles, ihr lupenreinen Idioten." Zwar entfernte die Polizei das Schild schnell, doch die Sache hat noch ein Nachspiel.

Nach Auskunft der Polizei wurde ein Strafverfahren gegen unbekannt eingeleitet. Zum einen, weil es grundsätzlich nicht erlaubt sei, ohne Genehmigung ein Schild an die Straße zu stellen. Zum anderen wegen des beleidigenden Inhalts der Botschaft. "So schürt man Hass", erklärte ein Sprecher der Polizei. Die Staatsanwaltschaft prüfe den Vorgang, die Fahndung nach den Urhebern laufe.

Auch in den sozialen Medien sorgte das Schild schnell für Furore. In den Kommentaren finden sich sowohl Empörung als auch Zustimmung.

Der Miesbacher Bürgermeister Gerhard Braunmiller distanzierte sich von der Aktion. Zwar seien es schwierige Zeiten, doch so könne man "die Situation nicht meistern", so Braunmiller. Die Schildaktion sei für ihn "in keinster Weise akzeptabel".
Er appelliere an die Vernunft – und es gelte, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Zudem habe er auch Verständnis für die Erholungsuchenden aus der Stadt.

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