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Verschärfung der Corona-Regeln: Ramelow will Bewegungsradius der Thüringer einschränken

Wegen der hohen Corona-Zahlen in Thüringen hält Ministerpräsident Ramelow eine Verschärfung der Corona-Regeln in dem Bundesland für nötig. So soll etwa der Bewegungsradius der Menschen im Freistaat auf 15 Kilometer im Umkreis ihres Wohnortes beschränkt werden.
Verschärfung der Corona-Regeln: Ramelow will Bewegungsradius der Thüringer einschränkenQuelle: www.globallookpress.com © Martin Schutt / dpa

Auch wenn die nächsten Bund-Länder-Gespräche erst am Dienstag stattfinden, ist schon jetzt absehbar, dass der Lockdown in Deutschland wegen der COVID-19-Pandemie wohl verlängert wird. Offen ist allerdings, bis wann die Beschränkungen ausgeweitet werden – und was mit Schulen und Kitas passieren soll.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) fordern etwa eine Lockdown-Verlängerung um weitere drei Wochen – bis Ende Januar. "Vorschnelle Lockerungen würden uns wieder weit zurückwerfen", sagte Söder der Bild am Sonntag. Erst Mitte Januar wisse man wirklich, "wie sich Weihnachten und Silvester auf die Infektionszahlen ausgewirkt haben".

Thüringens Ministerpräsident will gar eine Verschärfung der Regeln. Er habe dem Kabinett vorgeschlagen, nach dem Beispiel von Sachsen den Bewegungsradius der Menschen im Freistaat Thüringen auf 15 Kilometer im Umkreis ihres Wohnortes zu beschränken, sagte Ramelow am Sonntag in Erfurt.

Nach Angaben von Ramelow sollen Schulen und Kindergärten im Freistaat bis Ende Januar geschlossen bleiben. So lange würde der Lockdown beibehalten. Eine Notbetreuung solle es bis zum 1. Februar "nur in abgespeckter Form" geben, wenn dann der eingeschränkte Regelbetrieb wieder aufgenommen wird. Vorgesehen sei in Thüringen außerdem, dass Schüler der Jahrgänge, für die Abschlüsse anstehen, sowie ihre Lehrer im Fall eines negativen Corona-Tests bereits im Januar an die Schulen zurückkehren könnten.

Entscheidungen werde das Thüringer Kabinett am Dienstag nach den Gesprächen der Bundesländer mit Kanzlerin Angela Merkel fällen. Ramelows Forderung nach Begrenzung des Bewegungsradius kam als Reaktion nach dem Ansturm auf die Wintersportgebiete in den vergangenen Tagen.

Dem Lockdown und zahlreichen Warnungen zum Trotz hatten sich am Wochenende Massen von Ausflüglern in verschneite Bergregionen bundesweit aufgemacht – unter anderem auch in den Thüringer Wald. Auf verschneiten Rodelbergen tummelten sich Tausende von Menschen, Ausflügler liefen dicht an dicht. Vielerorts waren die Parkplätze schon morgens überfüllt, es kam zu langen Staus, immer wieder blieben Autos liegen.

Im Thüringer Wald wären sich demnach entgegen den Kontaktbeschränkungen Menschen aus verschiedenen Landesteilen sowie aus Franken begegnet. Auch die Wintersportorte im Saarland, in der Eifel und in Baden-Württemberg erlebten einen Ansturm.

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(dpa/rt)