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Karl Lauterbach zu Weihnachten in Corona-Zeiten: "Das Geschenk müssen wir selbst sein"

Der Bund-Länder-Gipfel zum weiteren Vorgehen in Sachen Corona-Strategie steht am Mittwoch im Fokus. Es sollen Verschärfungen bestehender Maßnahmen folgen, vor allem die Weihnachtszeit haben Politiker im Visier. SPD-Politiker Lauterbach mahnte nun vor "zu viel shoppen".
Karl Lauterbach zu Weihnachten in Corona-Zeiten: "Das Geschenk müssen wir selbst sein"Quelle: www.globallookpress.com © Jürgen Heinrich via www.imago-images.de

Um ein gemeinsames Weihnachtsfest zu ermöglichen, sollten sich alle "zusammennehmen", sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Konkret bedeute das eine Vorquarantäne vor den Festtagen und "nicht so viel shoppen". Der SPD-Politiker ergänzte: 

Das Geschenk müssen wir selbst sein und nicht das, was wir mitbringen. 

Weihnachten dürfe den Menschen nicht als jenes Fest in Erinnerung bleiben, an dem sie wegen des Virus Angehörige verloren haben, warnte er.

Am Mittwoch findet das Treffen zwischen der Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Bundesländer statt. Es geht um das weitere Vorgehen zur Eindämmung des Coronavirus. Bisher habe der herrschende Teil-Lockdown "die Corona-Infektionszahlen bei weitem nicht so gesenkt wie erwartet", sagte Lauterbach heute in der ARD-Sendung. Dies sehen offenbar auch die Ministerpräsidenten der Länder wie auch die Kanzlerin so, denn eine Verschärfung der Regeln soll beschlossen werden.

Der Teil-Lockdown wirke etwa halb so stark, "wie wir gerechnet haben", sagte Lauterbach. Grund dafür seien "neue Infektionsherde", etwa in Schulen. Um dort neue Corona-Fälle zu verhindern, solle es nach Möglichkeit Wechselunterricht geben. Der Epidemiologe ergänzte: 

Das gelingt uns für die Fachhochschulen, für die Universitäten geben wir es jetzt für alle vor. Das muss auch an den Schulen möglich sein.

Zudem forderte er das Tragen von Masken und einen versetzten Unterrichtsbeginn. Kinder aus Klassen mit einem positiven Fall etwa sollen zudem fünf Tage in Quarantäne gehen und einen Antigen-Test ermöglicht bekommen.

Die Vorschläge der Länderchefs zu den Regelungen über die Weihnachtsfeiertage begrüßte Lauterbach. Demnach sollen vom 23. Dezember bis zum 1. Januar bis zu zehn Personen erlaubt sein, Kinder bis 14 Jahre dabei von der Zählung ausgenommen werden. Dazu sagte er:

Wir müssen auch einen Ansporn geben, dass sich jetzt alle zusammennehmen, um das möglich zu machen.

Lockerungen seien nicht selbstverständlich, sondern vom "Infektionsgeschehen abhängig". Wichtig vor den Weihnachtstagen sei in jedem Fall, dass sich vor den Feiern alle nach Möglichkeit in eine Art Vorquarantäne begeben würden.

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