Deutschland

Corona-Einschränkungen: Merkel stimmt Bürger auf harten Winter ein

Am Wochenende äußerten sich viele Bundespolitiker und Landeschefs zu weiteren Perspektiven der Anti-Corona-Maßnahmen der Regierung. Sie wollten sich auf keine Termine festlegen, legten aber nahe, dass die Einschränkungen durchaus verlängert werden könnten.
Corona-Einschränkungen: Merkel stimmt Bürger auf harten Winter einQuelle: www.globallookpress.com

Die Menschen in Deutschland können vorerst nicht mit Lockerungen des bis Ende November geltenden Teil-Lockdowns in der Corona-Krise rechnen. Kanzlerin Angela Merkel stimmte die Bürgerinnen und Bürger vor der am Montag mit den Ministerpräsidenten der Länder geplanten Zwischenbilanz erneut auf schwierige Monate ein. "Der vor uns liegende Winter wird uns allen noch viel abverlangen", sagte Merkel in ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast.

Das Virus wird noch eine ganze Weile unser Leben bestimmen. Das bedeutet auch, dass wir uns nicht unbeschwert direkt begegnen können.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schloss weder eine Verlängerung des bis Ende des Monats befristeten Teil-Lockdowns noch eine weitere Verschärfung der Maßnahmen aus. Ähnlich äußerte sich Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU).

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will keine vorschnellen Entscheidungen zu weiteren Schritten in der Corona-Krise. "Ich schlage vor, noch eine Woche zu warten und dann über veränderte Maßnahmen zu entscheiden", sagte er am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Die aktuellen Einschränkungen seien notwendig. Die steigende Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern spreche eine eindeutige Sprache, sagte Kretschmer.

Aktuell können wir nur eine geringe Veränderung beobachten. Es ist aber auch noch nicht viel Zeit seit Beginn der Maßnahmen vergangen.

Altmaier: Wenig Spielraum

Wirtschaftsminister Peter Altmaier sagte der Bild am Sonntag, trotz aller Anstrengungen sei eine Wende noch nicht erreicht. Für das Öffnen von Restaurants und Kinos sehe er wenig Spielraum. "Wir werden zumindest in den nächsten vier bis fünf Monaten mit erheblichen Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen leben müssen." Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagte der Augsburger Allgemeinen am Montag: Erst wenn es uns gelänge, die Infektionswelle "auf durchschlagende Weise" zu brechen, "können wir darüber sprechen, wie wir Weihnachten gestalten".

Altmaier rechnet damit, dass sich die Deutschen noch weit über den Dezember hinaus einschränken müssen. "Wir werden zumindest in den nächsten vier bis fünf Monaten mit erheblichen Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen leben müssen", sagte er.

Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland sprach sich in einer Umfrage allerdings dafür aus, dass im Dezember Restaurants und Kultureinrichtungen wieder öffnen dürfen. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar für die Bild am Sonntag waren 78 Prozent für Restaurantöffnungen im Dezember. Eine Öffnung von Kultureinrichtungen würden 68 Prozent begrüßen.

Merkel will an diesem Montag (14.00 Uhr) mit den Regierungschefs der Länder erörtern, ob die Kontaktbeschränkungen nachgeschärft werden müssen. Regierungssprecher Steffen Seibert hat bereits betont, man sehe noch keine Möglichkeiten für Lockerungen. Freizeiteinrichtungen und Restaurants sind derzeit geschlossen, Hotels dürfen keine Touristen beherbergen.

Die aktuellen Corona-Statistiken

Innerhalb eines Tages hatten die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag in Deutschland 16.947 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das sind 5.514 Fälle weniger als am Tag zuvor mit 22.461 neu gemeldeten Fällen innerhalb von 24 Stunden. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 16.017 gelegen. (rt/dpa)