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Bayerische Staatsregierung beschließt Kontaktbeschränkungen auch für Privaträume

Die bayerische Staatsregierung will offenbar noch über die am Mittwoch in den Gesprächen der Bundeskanzlerin mit den Länderchefs beschlossenen Maßnahmen hinaus. Ziel sind nun auch Privaträume. Zudem erwäge man, den Katastrophenfall erneut auszurufen.
Bayerische Staatsregierung beschließt Kontaktbeschränkungen auch für PrivaträumeQuelle: www.globallookpress.com © Sammy Minkoff via www.imago-images.de

Im Kampf gegen das Coronavirus werden in Bayern ab dem 2. November noch strengere Kontaktbeschränkungen gelten als von Bund und Ländern vereinbart – nämlich ausdrücklich auch in Privaträumen, wie die dpa berichtet. Somit gilt in Bayern grundsätzlich, dass sich – egal wo – nur noch die Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes treffen dürfen, und zwar mit insgesamt maximal zehn Personen. Der Bund-Länder-Beschluss vom Mittwoch hatte dies nur für den "Aufenthalt in der Öffentlichkeit" explizit geregelt. Die Regelung in Bayern ist also nochmals strenger.

Zudem werden in Bayern auch "ernstere" Veranstaltungen wie Vereinsversammlungen untersagt. Bund und Länder hatten sich am Mittwoch lediglich auf ein Verbot von Unterhaltungs-Veranstaltungen verständigt. Auch hier fährt der Freistaat also eine härtere Linie. Ausnahmen gelten jedoch für Gottesdienste und Demonstrationen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte nach der Kabinettssitzung:

Wir befinden uns in einer sehr, sehr ernsten Situation. Alle Befürchtungen erweisen sich leider als wahr. Die Lage scheint außer Kontrolle zu geraten. Wenn wir alles so lassen, dann wird es schlechter, schlimmer, steiler. Alle müssen aufwachen. Wir haben die Aufgabe, jedes Leben zu retten.

Corona habe nichts von seinem Schrecken verloren. Es gebe daher nur eine Strategie: Eindämmen und Kontakte reduzieren. Auch erwäge Bayern bald wieder die Ausrufung des Katastrophenfalls. In den nächsten Tagen könne dies notwendig werden, um auf die "dramatische Entwicklung" besser reagieren zu können, so Söder. In Bayern habe sich binnen neun Tagen die Belegung der Intensivbetten verdoppelt, in einigen Regionen drohten in den kommenden Tagen bereits Kapazitätsengpässe. Durch die Ausrufung des Katastrophenfalls könne das Land die Verteilung der Intensivpatienten besser koordinieren.

(dpa/rt)

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