Deutschland

Nordrhein-Westfalen: Land fällt bei COVID-19-Ausrüstung auf nigerianische Cyber-Kriminelle herein

Nordrhein-Westfalen ist Online-Betrügern aufgesessen, als es Schutzausrüstung gegen COVID-19 über die Website einer niederländischen Firma bestellte. Die Firmenwebsite war von nigerianischen Betrügern geklont worden. Sie konnten auf diese Weise 2,3 Millionen Euro erbeuten.
Nordrhein-Westfalen: Land fällt bei COVID-19-Ausrüstung auf nigerianische Cyber-Kriminelle hereinQuelle: www.globallookpress.com © Julian Stähle

In Nigeria wurden zwei Männer verhaftet, die verdächtigt werden, den deutschen Staat beim Kauf von medizinischer Schutzausrüstung gegen COVID-19 durch einen Online-Betrug um 2,3 Millionen Euro erleichtert zu haben. Nach Angaben der nigerianischen Polizei haben die beiden mutmaßlichen Täter den Internetauftritt einer niederländischen Firma "geklont" und erhielten auf diese Weise Bestellungen – unter anderem vom Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Als die längst bezahlte Schutzausrüstung der niederländischen Firma ILBN Holdings BV dann nicht eintraf, wurde Freiherr Fredrick von Hahn, der in dieser Angelegenheit das Land Nordrhein-Westfalen vertrat, den Behörden zufolge "nervös". Daraufhin besuchte ein Vertreter der Landesregierung den Hauptsitz der Firma in den Niederlanden – nur um zu erfahren, dass die Firma nie Geschäfte mit ihm gemacht hat und dass es sich bei dem Geschäft offensichtlich um einen Betrug handelt.

Der Vertreter von NRW informierte die niederländische Polizei. Deren weitere Ermittlungen führten nach Nigeria, wo die beiden Verdächtigen, Babatunde Adesanya, 50 Jahre alt, und Akinpelu Hassan Abass, 41 Jahre alt, festgenommen wurden. Wie die nigerianischen Behörden mitteilten, sind die beiden Verdächtigen bereits bekannt dafür, sich auf Identitätsdiebstahl, Cyber-Stalking und das Klonen von Webauftritten spezialisiert zu haben:

Die Beiden sind Teile eines ausgeklügelten transnationalen kriminellen Netzwerks.

Die beiden mutmaßlichen Täter, denen Freiherr von Hahn 1,5 Millionen Euro für die Schutzausrüstung sowie weitere 880.000 Euro für den Versand überwiesen hatte, werden demnächst vor Gericht gestellt.

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