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Bundespressekonferenz: Neuer Brief eines KSK-Feldwebels geht mit AKK und Führung hart ins Gericht

Die sich selbst als Eliteeinheit verstehende KSK kommt nicht zur Ruhe. Derzeit sorgt der Brief eines Kommandofeldwebels für Furore. Er spricht von Niedergeschlagenheit, fehlender Einsatzbereitschaft und wachsendem Misstrauen wegen möglicher V-Leute in der Einheit.
Bundespressekonferenz: Neuer Brief eines KSK-Feldwebels geht mit AKK und Führung hart ins Gericht

In einem ausführlichen 14-seitigen Schreiben hat sich ein – nach eigenen Angaben – Kommandofeldwebel des Kommandos Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr gegen den Vorwurf gewehrt, die Eliteeinheit sei von Rechtsextremisten durchsetzt. Zudem spricht er von einer "medialen Kriminalisierung des KSK". Unter anderem heißt es in dem Brief: "Wir sind die Anständigen! Wir sind nicht der Feind im Innern!" Das Anschreiben ist auf den 25. Juli datiert und an die Führungsebene des Verteidigungsministeriums adressiert. Ende letzter Woche wurde das Schreiben der Öffentlichkeit bekannt, zuvor hatte das Ministerium dieses an die Obleute der Bundestagsfraktionen im Verteidigungsausschuss weitergeleitet.

Der Kommandofeldwebel zeichnet ein verheerendes Bild der aktuellen Stimmungs- und Motivationslage in der Eliteeinheit:

Die Stimmung ist querschnittlich gedrückt, in Teilen niedergeschlagen. Verunsicherung herrscht vor, Misstrauen breitet sich insbesondere unter den Kommandokräften aus.

In dem Brief wird weiter ausgeführt, dass in den Kommandoeinheiten über installierte V-Männer des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) "gemunkelt wird". Laut seiner Darstellung wären "Kameraden" nach Befragungen durch den MAD "auf einmal nicht mehr da und dürfen ihren Dienst nicht mehr ausüben".

Mittlerweile führen Meldungen aus zum Teil persönlichen Motiven dazu, dass ein langjähriger und bisher unbescholtener Soldat mit demokratisch-liberaler Gesinnung aufgrund von zwei flapsigen, unbedachten Äußerungen in der Vergangenheit aus dem täglichen Dienstbetrieb entfernt wird. Andere geraten ins Visier, weil sie das Geburtsdatum ihres Kindes, den 18.08., als Türöffnungscode im Einsatzland verwenden oder ein historisches Motorradgespann fahren. Soldaten melden Gerüchte oder Gehörtes über angebliche Verfehlungen anderer oder es wird mit erfundenen Aussagen Druck in Befragungen ausgeübt", heißt es weiter.

Ausführlich geht das Schreiben auch auf den vorausgegangenen Brief eines Hauptmanns ein, der schwere Vorwürfe gegen das KSK erhoben hatte. Der Kommandofeldwebel behauptet nun in seinem Schreiben, die Motivation des Verfassers J. sei hauptsächlich auf sein eigenes, unreflektiertes Scheitern als Kommandoanwärter und Offizier zu erklären, und bezeichnet dessen Schreiben als "tendenziös-diffamierend".

Der anonym bleibende Feldwebel beendet seinen Brief mit einer Bitte an die amtierende Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer:

Treten Sie bitte allen Pauschalisierungen, Falschbehauptungen, unbestätigten Vorwürfen und Unwahrheiten bezüglich unseres Verbandes entgegen, lassen Sie Unwahres öffentlichkeitswirksam richtigstellen. Rufschädigende, unwahre Berichte über das KSK schaden auch dem Ansehen der Bundeswehr. Die Frauen und Männer werden es Ihnen danken!

Auf der aktuellen Bundespressekonferenz wurde der Sprecher des Verteidigungsministeriums gefragt, ob Kramp-Karrenbauer den Brief zur Kenntnis genommen habe und ob sie daraus Konsequenzen ziehen werde. Zudem gab es Fragen zu möglichen neuen Rechtsextremismusvorfällen sowie ob das KSK jemals zu seiner Kernaufgabe und eigentlichen Existenzberechtigung, der Befreiung von deutschen Staatsbürgern aus Geiselhaft, eingesetzt worden sei. 

Auszüge aus dem Brief des KSK-Kommandofeldwebels: 

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