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US-Truppenabzug aus Deutschland: Zahlen und Fakten

Der Abzug von 12.000 Soldaten aus Deutschland bedeutet wahrscheinlich die Schließung mehrerer Stützpunkte und wird Milliarden von US-Dollar kosten. Der Abzug selbst wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Dies berichtet eine offizielle Plattform der US-Streitkräfte.
US-Truppenabzug aus Deutschland: Zahlen und FaktenQuelle: AFP © THOMAS KIENZLE

Die Anordnung von US-Präsident Donald Trump, ein Drittel der rund 36.000 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen, wird laut Vertretern der US-Streitkräfte beträchtliche Finanzen erfordern.

Rund 5.600 Soldaten werden auf US-Stützpunkte in Europa verteilt, während etwa 6.400 Mann in die USA zurückkehren werden. Militärplaner müssen unter anderem festlegen, wie Tausende Soldaten und deren Familienmitglieder sowie zivile Mitarbeiter untergebracht werden sollen. Die Ausbildungs- und Trainingsmöglichkeiten müssen an den neuen Standorten erweitert und ausgebaut werden. Um die Fortführung der Arbeit des Europakommandos der Vereinigten Staaten EUCOM sowie anderer Operationszentren zu gewährleisten, müssen neue Kommandozentralen geschaffen werden.

Verteidigungsminister Mark Esper sagte am Mittwoch gegenüber Reportern aus dem Pentagon, dass "das wahrscheinlich am stärksten betroffene Gebiet der Raum um Stuttgart sein wird".

Der Plan sieht vor, die EUCOM und das Special Operations Command Europe (SOCEUR), das die Sondereinsatzkräfte der EUCOM führt, von Stuttgart in die Nähe des NATO-Kommandos im belgischen Mons zu verlegen. Das US-Afrika-Kommando wird eventuell Stuttgart ebenfalls verlassen, diese Entscheidung steht aber noch nicht fest, sagte Esper.

Die Patch Barracks der EUCOM, die Kelley Barracks des US-Afrika-Kommandos und das Garnisonshauptquartier im nahe gelegenen Böblingen, wo vor einigen Jahren ein 100-Millionen-Dollar-Schulkomplex eröffnet wurde, werden wahrscheinlich alle geräumt. Aus den ländlichen Gebieten Grafenwöhr, Ansbach und Vilseck in Bayern wird man sich zurückziehen. Die Standorte werden entweder aufgegeben oder an die Bundesrepublik übergeben.

Der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn nannte die vorgeschlagenen Truppenkürzungen "Strafmaßnahmen gegen einen Verbündeten", die "die jahrzehntelange enge Zusammenarbeit" zwischen Deutschland und den USA auf den Kopf stellen würden. Kuhn und andere deutsche Politiker hoffen, dass der Plan nicht umgesetzt wird und die US-Stützpunkte mit sämtlichen Truppenkontingenten erhalten bleiben.

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Ein technisches Geschwader auf dem Luftwaffenstützpunkt Spangdahlem wird wahrscheinlich das erste sein, das seinen Abzug vollzieht. Der in Mons ansässige US-General Tod D. Wolters, Leiter von EUCOM und Oberst bei der NATO, sagte:

In Erwartung weiterer Planungen und Verbesserungen gehen wir davon aus, dass das 52. Geschwader für Bauingenieurwesen zu einem noch zu bestimmenden Zeitpunkt am schnellsten von Deutschland nach Italien verlegt werden kann.

Die US-Luftstreitkräfte in Europa verlautbarten am Donnerstag, dass das F-16-Jagdgeschwader und andere Elemente des 52. Jagdgeschwaders in Spangdahelm "nach Italien zurückkehren" werden. Die deutsche Sektion der Basis werde jedoch weiterhin betrieben, um Lufttransporte weiter zu unterstützen.

Zwei Bataillone der 173. Luftlandebrigade werden Grafenwöhr in Richtung Vicenza, Italien, verlassen, "um sich mit dem Hauptquartier ihrer übergeordneten Brigade wieder zu vereinen, was die Einheit des Kommandos verbessern wird", sagte Wolters. Die 4.500 Soldaten des in Vilseck ansässigen 2. Kavallerieregiments werden in die USA zurückkehren, sagte er weiter. Das wäre die größte aller Truppenbewegungen und würde den Abzug der letzten Brigade-Bodenkampftruppe aus Deutschland bedeuten.

Hans-Martin Schertl, Bürgermeister von Vilseck, sagte, dies sei ein herber Verlust. Die Entscheidung habe ihn überrascht. Es sei immer gesagt worden, dass der hiesige Trainingsbereich das Kronjuwel der US-Armee in Europa sei. Schertl sagte, Vilseck brauche finanzielle Unterstützung von Bund und Ländern. US-Truppen in Bayern tragen fast 1 Milliarde US-Dollar zur Wirtschaft bei.

Das Militär beabsichtigt zudem, drei Brigade-Hauptquartiere, ein Bataillon einer Luftverteidigungsartillerie und ein Ingenieurbataillon aus Deutschland nach Belgien zu verlegen, so das Pentagon. Esper und Wolters nannten die betroffenen Einheiten nicht, da sich die Kürzungen aber auf Bayern konzentrieren, sind die wahrscheinlichen Ziele die 12. Kampfflugzeugbrigade und das 5. Bataillon, die 4. Luftverteidigungsartillerie in Ansbach sowie die 41. Feldartillerie-Brigade und die 18. Militärpolizei-Brigade in Grafenwöhr.

Unterdessen steht Trumps Behauptung, wonach Deutschland nicht genug Geld für seine Verteidigung ausgibt, in der Kritik. Daten der NATO zeigen, dass Italien und Belgien einen geringeren Prozentsatz ihres Bruttoinlandsprodukts für die Landesverteidigung ausgeben als Deutschland.

Der Bürgermeister von Grafenwöhr Edgar Knobloch sagte, es sei traurig zu hören, dass die USA nach mehr als 70 Jahren Präsenz in der Stadt einige ihrer Truppen abziehen werden. Knobloch zufolge sei dies eine Schande für die Truppen. Die Deutschen seien den Amerikanern gegenüber sehr loyal.

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