Gesellschaft

Vernichtende Zuschauerkritik für neue Comedy-Show der BBC mit Putin als Hauptfigur

Der britische Sender BBC Two präsentierte am 23. Juni die erste Folge von "Tonight with Vladimir Putin". Als Moderator tritt kein Geringerer als der russische Präsident auf. Er interviewt Gäste und macht unlustige Witze. Viele Zuseher fanden die Show unzumutbar.
Vernichtende Zuschauerkritik für neue Comedy-Show der BBC mit Putin als Hauptfigur© www.bbc.co.uk/programmes

Die erste Folge der Comedy-Show ist etwa zehn Minuten lang. Die 3D-animierte Figur des russischen Präsidenten ist in einem Studio zu sehen, das klischeehafter nicht sein könnte: Im Hintergrund sind eine russische Flagge und ein Bär auf einem Bild erkennbar. Die Putin-Figur, die dem russischen Präsidenten nur annähernd ähnlich sieht, macht sich über Gott und die Welt lustig und interviewt eingeladene Gäste. Wie er allerdings selbst anmerkt, lade er die Prominenten nur ein, damit er sie auslachen könne. 

Die Autoren der Show machen sich über Putins angeblichen Narzissmus und Liebe zur Macht lustig und wollen auf einen vermeintlichen Minderwertigkeitskomplex hinweisen. Außerdem lassen sie "Putin" ständig über Morde scherzen: "In Russland ist es so: Wenn du mir gefällst, wirst du berühmt. Wenn du mir nicht gefällst, stirbst du". Ein weiteres Thema, das in der ersten Folge wiederholt angesprochen wurde, sind die russischen Gefängnisse: "Wir in Russland haben die Show GULAG. Die Prominenten fahren dorthin und kommen nicht wieder zurück. Das ist wie Love Island, aber bei uns heißt es Glove Island – die Häftlinge nähen dort Handschuhe". Auch interessant: "Sie kooperieren mit Amnesty International. Und ich mache viel, damit Amnesty International etwas zu tun hat. Sind Sie mir dankbar?"

Die Parodie-Show kam beim britischen Publikum überhaupt nicht gut an. Die Zuschauer nannten die Sendung erbärmlich und fordern die Macher, das mit dem Geld der Steuerzahler finanzierte Projekt einzustellen. Besonders negativ äußerten sie sich über die animierte Figur der Meghan Markle, die äußerst neidisch und egoistisch dargestellt wird: Jegliche Anspielungen auf Kate Middleton kommen bei der animierten Figur der Herzogin überhaupt nicht gut an. Auch ihre Beziehung zu Vater Thomas Markle wird verspottet. 

Die Kritikwelle machte vor allem bei Twitter die Runde: Internetnutzer beschweren sich, die Sendung sei nervtötend und das Fernsehen müsse neu erfunden werden. Viele beschwerten sich darüber, dass der Sender sein Geld für diese Pseudo-Propaganda ausgibt. 

In diesem Zusammenhang soll auch angemerkt werden, dass britische Zeitungen wie The Guardian oder The Telegraph kein Blatt vor den Mund nehmen. Sie schreiben, dass ihre Landsleute einfach alles falsch gemacht hätten, was man falsch machen könnte. The Guardian fragte, ob die Sendung zur schlechtesten Comedy-Show des Jahres gekürt werden könne. "Die Nummer eins im Kreml ist kaum für seinen Sinn für Humor bekannt, aber selbst er ist witziger als dieses törichte Durcheinander", spottete  The Telegraph.

Hinter der Putin-Figur steht der Komiker Nathaniel Tapley. Kommendes Wochenende soll die zweite Folge der Sendung erscheinen. Ob nach der Kritikwelle eine dritte produziert wird, ist noch unklar.

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