Gesellschaft

Die fünf größten Mythen über das Sturmgewehr Kalaschnikow AK-47

Um das Kalaschnikow-Sturmgewehr ranken sich viele Legenden – angeblich wurde es nicht von Kalaschnikow erfunden, sondern von anderen Russen, die den Deutschen die Technologie gestohlen hatten. Und noch vieles mehr – RT geht der Sache auf den Grund.
Die fünf größten Mythen über das Sturmgewehr Kalaschnikow AK-47© Legion Media

1. Die "Kaschi" ist ein Klon des deutschen StG 44

Ja, die beiden Waffen ähneln einander sehr, und das deutsche Sturmgewehr war eine der Trophäen sowjetischer Soldaten zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

Die ersten StG 44 fielen jedoch erst 1944 in die Hände der sowjetischen Armee, während der Konstrukteur Sudajew bereits 1943 dem UdSSR-Militär die erste Version seines Gewehrs präsentierte, die nach seinem Tod von Michail Kalaschnikow überarbeitet wurde und 1947 die Ausschreibung zur Lieferung eines Sturmgewehrs an die Armee gewann.  

Der grundlegende Unterschied zwischen der AK und dem deutschen StG 44 liegt im Inneren verborgen – sie haben unterschiedliche Auslösemechanismen, Magazineinschübe (d. h. man kann keine Magazine des jeweils anderen Gewehrs verwenden) sowie Montage- und Demontageschemas.

Nichtsdestotrotz trugen die deutschen Ingenieure zur Entwicklung der sowjetischen AK bei. Nach dem Krieg arbeiteten Mitarbeiter des Konstruktionsbüros von Schmeisser in Ischewsk und halfen bei der Modernisierung der AK-47.

2. Die AK-47 ist einzigartig

Ja, die Kalaschnikow ist aufgrund ihrer Einfachheit, Effizienz und unkomplizierten Fertigung und Anwendung zu einem der Symbole des Unabhängigkeitskampfes auf der ganzen Welt geworden.

Die "Basis" der AK-47 ist jedoch nicht einzigartig. Mit der Maschinenpistole Samopal vzor 58 (kurz Sa vz. 58) kamen die Tschechen zu einer ähnlichen technischen Lösung.

Äußerlich ist sie fast eine Kopie der AK, aber die Automatik arbeitet nach einem anderen Prinzip und, wie im Falle des deutschen StG 44, funktioniert sie nur mit ihren "eigenen" Magazinen.

Die Samopal hat eine lange Lebensdauer – sie wurde in Osteuropa bis 2010 eingesetzt. Aber sie erlangte nicht den Weltruhm der "Kaschi", da sie der AK-47 in puncto Zuverlässigkeit unterlegen war.

3. Mit der AK-47 kann kein Ziel getroffen werden, das mehr als 300 Meter entfernt ist

Keinem unerfahrenen Schützen gelingt dies. Für hochqualifizierte Soldaten sind jedoch auch 400 Meter kein Problem – alles hängt von der Konfiguration des Gewehrs ab.

Neben dem "Tuning" des Gewehrs zum Treffen von weit entfernten Zielen ähnelt das Arbeitsprinzip der AK dem von Scharfschützenwaffen – das Ziel wird nicht direkt, sondern durch eine "gekrümmte Flugbahn" getroffen. Das Visier ist leicht zur Seite und nach oben geneigt und berücksichtigt Windgeschwindigkeit, Luftdruck und Schussweite.

4. Die Kalaschnikow ist perfekt und wurde sofort akzeptiert

Nein, das Modell 47 hatte zwar tatsächlich die üblichen Versuche mit den besten Ergebnissen absolviert, aber die berühmte "Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit" der AK ist das Ergebnis der Weiterentwicklung der nächsten zwölf Jahre.

Das AK-47, wie wir es heute kennen, stammt aus dem Jahre 1959. Die erste Version des Gewehrs verschmutzte leicht und wurde unbrauchbar. Der Konstrukteur wurde auch darauf hingewiesen, dass die Kugeln beim Schießen sehr stark streuten. Dadurch stand die AK auch nach der Modernisierung gegenüber ihren direkten Konkurrenten aus der NATO damals noch zurück, verfügte jedoch über eine größere Feuerleistung und eine deutlich größere Zuverlässigkeit, weil sie in Schlamm, Regen, Sand und Schnee funktionierte.   

5. Die AK wurde ausschließlich von Michail Kalaschnikow entwickelt

Kalaschnikow war in der Tat ein genialer Konstrukteur, und unter seiner Leitung arbeitete ein Team von Ingenieuren. Das AK-Projekt ist eine Weiterentwicklung des Sudajew-Konzeptes von 1943 mit der Unterstützung der Deutschen aus dem Konstruktionsbüro von Schmeisser in den späten 1940er und frühen 1950er Jahren.

Die AK-47 ist also nicht nur dem Genie Kalaschnikows zu verdanken, sondern auch das Ergebnis der Arbeit eines Teams von Konstrukteuren und Ingenieuren im Hintergrund.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Russia Beyond The Headline – wir bedanken uns für die Zweitverwertungsrechte.

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