
"Grab" von Harry-Potter-Elf Dobby erzwingt neue Trasse für Unterseekabel

Die Entwickler des Energieprojekts Greenlink mussten die Route eines Unterseekabels zwischen Großbritannien und Irland wegen des "Grabs" des Elfen Dobby aus der Buch- und Filmreihe "Harry Potter" an einem walisischen Strand ändern. Das berichtet The Telegraph unter Berufung auf den ehemaligen Projektleiter von Greenlink, Simon Ludlam.
Gemeint ist der Strand Freshwater West in der Grafschaft Pembrokeshire im Südwesten von Wales, wo einst Dobbys Sterbeszene in "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" gedreht wurde. Seit dem Kinostart hat sich der Ort zu einer Art inoffizieller Gedenkstätte für Fans der Reihe entwickelt: Sie hinterlassen dort bemalte Steine, Inschriften und Socken – ein Verweis auf jene Szene, in der Dobby als freier Elf seine Socken erhält.

Genau durch dieses Gelände wollten die Greenlink-Entwickler ihr Unterseekabel ursprünglich verlegen, über das künftig Strom aus erneuerbaren Energien zwischen Großbritannien und Irland fließen soll. Das rund 500 Millionen Euro schwere Projekt hatte dafür bereits die Genehmigung der lokalen Behörden und Grundstückseigentümer erhalten. Die Pläne stießen jedoch auf Widerstand, sobald sie bekannt wurden: Nachdem Ludlam gegenüber BBC Wales erklärt hatte, dass das Kabel durch die Dünen des Strandes verlegt werden solle, erhielten die Entwickler Hunderte Anrufe empörter Harry-Potter-Fans. Ludlam zufolge entschied man sich daraufhin, die Route zu ändern.
Dobby selbst trat erstmals im zweiten Band der Reihe von Joanne K. Rowling auf, "Harry Potter und die Kammer des Schreckens", und wurde in den Folgejahren zu einer der beliebtesten Nebenfiguren der Saga. Am Ende seiner Geschichte stirbt er, als er Harry Potter und dessen Freunde rettet – eine Szene, die bis heute viele Fans bewegt.
Dass der inoffizielle Gedenkort nicht ganz unproblematisch ist, hatte sich bereits im Jahr 2022 gezeigt: Damals forderten Umweltschützer der Naturschutzorganisation National Trust Wales die Fans dazu auf, keine Socken mehr am Strand zu hinterlassen. Das improvisierte "Grab" setze die Natur zusätzlichen Risiken aus, argumentierten sie – zumal das Küstengebiet ohnehin bereits stark durch menschliche Einflüsse belastet sei.
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