Gesellschaft

Runterladen statt Streamen: Umweltschützer über Digitalisierung und Klimaschutz

In einem Gespräch erörterten der Präsident des Umweltbundesamtes und der Erste Sprecher des Öko-Instituts die Frage, wie Klimaschutz und Digitalisierung zusammengeführt werden können. Dabei gaben sie auch praktische Tipps. Beispielsweise die Frage, was klimaschädlicher ist: Das Herunterladen oder das Streamen von Internet-Videos?
Runterladen statt Streamen: Umweltschützer über Digitalisierung und KlimaschutzQuelle: www.globallookpress.com © Christoph Hardt, via www.imago-i/www.imago-images.de

In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland beschäftigten sich die beiden Umweltschützer Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), und Jan Peter Schemmel, Sprecher der Geschäftsführung des Öko-Instituts, mit den "beiden Megatrends" – Klimaschutz und Digitalisierung – , und wie das eine das andere beeinflusst. 

Schwerpunkte des Gesprächs waren dementsprechend der Onlinehandel, der Energieverbrauch von Endgeräten und Rechenzentren sowie der globale Wettbewerb, in dem Europa, China und Nordamerika stehen. Auf die internationale Politik bezogen werben beide für eine Vorreiterrolle Europas. Mit dem "Green Deal" der Europäischen Union müsse es möglich werden, Vorteile gegenüber China ("staatliche Lenkung") und den USA ("Markt") zu nutzen.

Ein interessantes Beispiel ist die Energiebilanz beim Nutzen von Videodiensten. Schemmel vom Öko-Institut erklärt: "Nutzer sollten überlegen, ob sie Dateien streamen oder herunterladen. Letzteres benötigt erheblich weniger Energie. Beim Streaming sind kabelgebundene Verbindungen erheblich effizienter als Verbindungen über Mobilfunk."

Messner vom UBA stellt zum Mobilfunk fest: "Die Effizienzen der modernen Technologien sind tatsächlich enorm. Die Übertragung der Daten wird durch 5G effizienter. Sie verbraucht dreimal weniger Energie als LTE und sogar 20-mal weniger als UMTS."

Auf globaler Ebene könne man von einer Verdoppelung des Energieverbrauches von Rechenzentren bis zum Jahr 2030 ausgehen. Sie verbrauchen sehr viel Strom und geben Abwärme, die man nutzen könne, wenn man sie in Planungen einbeziehe.

Die Gesprächsteilnehmer sind sich darin einig, dass die Digitalisierung "eigentlich" nicht zu einem erhöhten Konsum führen sollte. Sie dürfe nicht zu einer Verstetigung nicht nachhaltiger Geschäftsmodelle beitragen. Doch wenn sie dazu eingesetzt werde, Ziele der Klimapolitik zu erreichen, diene sie als Werkzeug.

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