Gesellschaft

US-Fluglinie wünscht sich Vielfalt: 50 Prozent der Piloten sollen Frauen und Minderheiten sein

Die US-Fluggesellschaft United Airlines hat die Hoffnung geäußert, in den kommenden Jahren "vielfältige Menschengruppen" einzustellen. Die Hälfte aller Piloten sollen Frauen sein oder eine Minderheit vertreten. Das Vorhaben sorgt in den sozialen Medien für Stirnrunzeln.
US-Fluglinie wünscht sich Vielfalt: 50 Prozent der Piloten sollen Frauen und Minderheiten seinQuelle: Gettyimages.ru © Digital Vision

Die Fluggesellschaft kündigte am Dienstag an, dass sie Bewerbungen für ihre neue Flugakademie annimmt. Das Unternehmen will in den kommenden Jahren 5.000 Piloten ausbilden und einstellen, wobei die Hälfte von ihnen Frauen und Farbige sein sollen. Laut einer Presseerklärung des Unternehmens soll die Flugakademie Auszubildende aller Qualifikationsstufen unterbringen, einschließlich Personen ohne vorherige Flugerfahrung. United wolle die "Pilotenränge diversifizieren und neue Möglichkeiten für Tausende von Frauen und Farbigen schaffen, die eine Karriere in der Luftfahrt anstreben", erklärte Geschäftsführer Scott Kirby.

Von den insgesamt 12.000 Piloten bei der Airline sind derzeit sieben Prozent Frauen beschäftigt, 13 Prozent der Mitarbeiter sind Farbige.

United betonte, dass ihr Trainingsprogramm "Unterstützung und Coaching" für Piloten beinhalten würde, um sicherzustellen, dass alle Jobanwärter die Professionalität und das Engagement für einen "sicheren, fürsorglichen und zuverlässigen" Service widerspiegeln, der von allen Mitarbeitern des Unternehmens erwartet wird.

Nicht alle Internetnutzer ließen sich davon überzeugen, dass Sicherheit und Professionalität zu den obersten Prioritäten der Airline zählen. Viele betonten, dass in diesen Jobs die Quote keinen Vorrang über Fachwissen haben sollte. "Das Letzte, was ich will, ist ein Pilot, der wegen seiner Hautfarbe oder der Form seiner Genitalien ausgewählt wird und nicht anhand seiner Fähigkeit, ein Flugzeug zu fliegen", twitterte ein Nutzer. "Mir geht es mehr um Verdienste, wenn es darum geht, ein Flugzeug sicher zu steuern, als darum, wie diese Person aussieht", kommentierte eine Nutzerin. Andere sagten voraus, dass diese Rekrutierungsstrategie nach hinten losgehen würde.

Einigen Nutzern gefiel zwar das Vorhaben, die Zahl der Frauen und anderer unterrepräsentierter Gruppen in der Luftfahrt zu erhöhen. Sie forderten die Airline jedoch auf, weiterhin "die besten Piloten einzustellen". Der offizielle Twitter-Account des Unternehmens reagierte auf die Bedenken und stellte klar, dass alle Kandidaten, unabhängig von Rasse und Geschlecht, die für die Zulassung zur Flugakademie erforderlichen Standards "erfüllt oder übertroffen" hätten.

Die Entscheidung, neue Piloten einzustellen, hängt mit der steigenden Zahl der Corona-Impfungen und der Nachfrage nach Flügen zusammen, hatte die Airline vergangene Woche erklärt. United stellt damit als erste große US-Airline die Weichen für ein Comeback. Allerdings ist es nur ein kleiner Schritt zurück in Richtung Normalbetrieb, von dem die Branche noch weit entfernt bleibt. Viele United-Piloten arbeiten noch mit einem reduzierten Dienstplan.

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