Gesellschaft

"Kein angenehmer Anblick": Hacker drohen Vorher-Nachher-Bilder von Schönheits-OPs zu veröffentlichen

Hacker haben die Daten einer großen britischen Kette von Schönheitschirurgien gestohlen und drohen damit, Vorher-Nachher-Fotos von Patienten zu veröffentlichen. Darunter sollen sich zahlreiche Prominente befinden. Die Klinik-Kette hat den Angriff bestätigt.
"Kein angenehmer Anblick": Hacker drohen Vorher-Nachher-Bilder von Schönheits-OPs zu veröffentlichenQuelle: www.globallookpress.com © Uwe Umstätter/imageBROKER.com

Etwa 900 Gigabyte an Vorher-Nachher-Fotos von der britischen "Hospital Group", einem Anbieter von Schönheitschirurgie, will eine Hackergruppe entwendet haben. Auf ihrer Darknet-Webseite erklärte die als REvil bekannte Gruppe, dass "intime Fotos von Kunden" veröffentlicht würden, und warnte, dass diese "nicht gerade ein angenehmer Anblick" seien. Es bleibt jedoch unklar, was die Angreifer als Lösegeld forderten.

Die BBC berichtete am Donnerstag über den Hack bei der Chirurgiekette Hospital Group. Das Unternehmen, welches mit der Behandlung von Prominenten geworben hat, bestätigte demnach den Angriff und habe sowohl seine Kunden als auch das britische Information Commissioner's Office, die örtliche Polizei und das National Cyber Security Centre über den Datendiebstahl informiert.

"Wir können bestätigen, dass es in unseren IT-Systemen zu einem Datensicherheitsverstoß gekommen ist. Keine Daten der Zahlungskarten unserer Patienten wurden kompromittiert, aber zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass auf einige persönliche Daten unserer Patienten zugegriffen wurde", so die Klinik-Kette in einer Erklärung.

Patienten würden mit "regelmäßigen Updates versorgt", so meldet The Telegraph. Obwohl das Unternehmen mitteilte, dass viele der Fotos nicht die Gesichter der Patienten enthalten würden. Doch  ein ehemaliger Kunde zeigt sich beunruhigt und sagte gegenüber BBC:

"Ich bin natürlich besorgt, denn das Letzte, was ich möchte, ist, dass 'Vorher-Fotos' in der Öffentlichkeit herumgeistern. Ich habe versucht, meine Operation privat zu halten, und nicht einmal einige meiner Freunde und Kollegen wissen davon, daher ist der Datenbruch für mich besorgniserregend."

Nach eigenen Angaben zählten zu den Klienten unter anderem die ehemalige Big-Brother-Teilnehmerin Aisleyne Horgan-Wallace, aber auch Atomic Kitten-Sängerin Kerry Katona, Schauspielerin Tina Malone und Joey Essex aus der Reality-TV-Sendung "The Only Way is Essex".

Die Hackergruppe, auch bekannt als "Sodinokibi", behauptete bereits im Mai, dass sie belastende Informationen über US-Präsident Donald Trump von einer New Yorker Anwaltskanzlei gestohlen habe, und forderte 42 Millionen US-Dollar Lösegeld. Später wurde zwar eine Sammlung von 169 E-Mails veröffentlicht, doch nur wenige davon erwähnten den US-Präsidenten überhaupt und keine davon enthielt die ursprünglich angekündigte "schmutzige Wäsche".

Die Hacker sagten damals auch, dass sie eine beträchtliche Menge an Daten von Berühmtheiten wie Madonna, Lady Gaga, Bruce Springsteen, Nicki Minaj und Mariah Carey bei demselben Datendiebstahl erbeutet hätten, während die Anwaltskanzlei sich offenbar weigerte, das Lösegeld auszuhändigen.

Polizeibehörden raten Opfern in der Regel dringend davon ab, Lösegeld an Cyber-Kriminelle zu zahlen, da dies deren Machenschaften nur fördere und nicht verhindere, dass die gestohlenen Daten an die Öffentlichkeit gelangen.

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