Gesellschaft

WHO will im Kampf gegen Gebärmutterhalskrebs künstliche Intelligenz einsetzen

Die Weltgesundheitsorganisation sagt dem Gebärmutterhalskrebs den Kampf an. Die Krankheit lässt sich inzwischen in vielen Fällen mithilfe einer Impfung verhindern. Trotzdem wird an Tests gearbeitet, die das Screening in abgelegenen Regionen der Welt erleichtern sollen.
WHO will im Kampf gegen Gebärmutterhalskrebs künstliche Intelligenz einsetzenQuelle: AFP © AIZAR RALDES

Im weltweiten Kampf gegen den Gebärmutterhalskrebs werden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) momentan neue Tests entwickelt, um das weitreichende Screening auch in abgelegenen Regionen der Welt zu erleichtern. Einer davon nutzt künstliche Intelligenz (KI). So kann in einer Gesundheitsstation ein Foto vom Gebärmutterhals gemacht und in eine Handy-App hochgeladen werden. Dort vergleicht ein KI-Algorithmus dieses mit Hunderttausenden anderen Bildern. Somit lässt sich innerhalb von Minuten feststellen, ob eine Frau wahrscheinlich Krebs hat oder nicht. Eine weitere Entwicklung sind Testkits, mit denen Frauen zu Hause selbst einen Abstrich machen und diesen einschicken können.

Die WHO weist auch darauf hin, dass diese Krankheit die bislang einzige Krebsart ist, die sich in vielen Fällen mit einer Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) verhindern lässt. Laut WHO-Plänen sollen bis zum Jahr 2030 rund 90 Prozent der Mädchen bis 15 Jahren weltweit gegen HPV geimpft werden. Demnach sollen 70 Prozent der Frauen zwischen 35 und 45 Jahren sollen HPV-Tests machen und 90 Prozent der Infizierten beziehungsweise Krebskranken behandelt werden.

Wie die WHO mitteilt, bringt jeder investierte US-Dollar 26 US-Dollar Dividende, wenn man alle positiven Folgen gesunder Frauen und Mütter auf ihre Familien und die Gesellschaft berücksichtigt. Princess Nothemba Simelela, stellvertretende Generaldirektorin der WHO in Genf, vertritt die Meinung, die Menschheit habe nun die Chance, das durch diese Krebsart verursachte Leiden zu beenden. Der Impfstoff, der in Industrieländern oft mehr als umgerechnet 80 Euro kostet, steht in Ländern mit niedrigen Einkommen für rund vier Euro bereit.

Laut Schätzungen sind allein im Jahr 2018 weltweit etwa 570.000 Frauen an dem Gebärmutterhalskrebs erkrankt und 311.000 zuvor infizierte Frauen daran gestorben. In ärmeren Ländern war die Häufigkeit fast doppelt und die Todesrate dreimal so hoch wie in reicheren Ländern. (rt/dpa)

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