Gesellschaft

Professor Walter Krämer: Genderdeutsch macht den Kampf der Frauen für mehr Anerkennung lächerlich

Ein Professor für Statistik kämpft als Vorsitzender des Vereins Deutsche Sprache gegen die "Vergenderung" des Deutschen. Im Gespräch mit RT erklärt Walter Krämer, was ihn am Genderdeutsch stört und warum es dem Anliegen der Frauen nach Gleichberechtigung schadet.
Professor Walter Krämer: Genderdeutsch macht den Kampf der Frauen für mehr Anerkennung lächerlichQuelle: www.globallookpress.com © / Sebastian Gollnow/dpa

Die sogenannte "geschlechtergerechte Sprache" schadet dem Kampf der Frauen nach Gleichberechtigung. Das sagt Walter Krämer, der Vorsitzender des Vereins Deutsche Sprache ist. Im Interview mit RT Deutsch erklärt der Professor für Statistik an der TU Dortmund, was ihn am "Genderdeutsch" stört, warum es dem Kampf der Frauen gegen Diskriminierung schadet und wie er die Zukunft der deutschen Sprache sieht.

Professor Krämer, Sie haben als Vorsitzender des Vereins Deutsche Sprache den Rundfunkräten der öffentlich-rechtlichen Sender einen Beschwerdebrief geschrieben. Es geht um die in ARD und ZDF um sich greifende "Gendersprache". Was stört Sie daran?

Im Wesentlichen fünf Dinge. Erstens ist Genderdeutsch extrem hässlich. Zweitens verletzt es grundlegende Regeln der deutschen Grammatik. Der Genderstern beispielsweise ist darin nicht vorgesehen. Drittens führt es zu einer bisher nicht vorhandenen Sexualisierung der deutschen Sprache. Bisher waren mit Ausdrücken wie "der Kunde" oder "der Bürger" alle gemeint, Männer, Frauen, drittes, viertes, fünftes und sechstes Geschlecht. Dieser Vorzug des Deutschen wird auf dem Altar des Gender-Unfugs geopfert. Das leitet auch gleich über zu  meinem vierten Gegenargument: die Verwechslung von biologischem und grammatischem Geschlecht. Es gibt sehr viele Hauptwörter mit (dem bestimmten Artikel) "die", welche vor allem Männer meinen: die Dumpfbacke, die Schnapsdrossel usw. Es gibt auch Wörter mit "der", wo man eher an Frauen denkt: der Putzteufel etwa. Und fünftens ist der Genderwahn auch noch kontraproduktiv: Er macht den berechtigten Kampf der Frauen für mehr Anerkennung lächerlich.

Diese in den öffentlich-rechtlichen Anstalten, aber auch in Behördenbriefen immer öfter anzutreffende Sprache widerspricht dem Sprachgefühl der Mehrheit der Bevölkerung. Warum wird sie trotzdem immer stärker durchgesetzt?

Sie in Russland wissen vielleicht am besten, wie leicht es einer entschlossenen Gruppe von Ideologen fällt, ein ganzes Land umzukrempeln. Dazu kommt die Feigheit vieler Politiker und Gremienvertreter, die aus Angst vor negativer Presse zu jedem Unfug Ja und Amen sagen. Das hatte etwa an den Unis mit der sogenannten Bologna-Reform angefangen und setzt sich jetzt mit dem Genderwahnsinn fort. Und ein bisschen spielt auch das schlechte Gewissen der Männer eine Rolle. Denn dass Frauen jahrhundertelang diskriminiert worden sind, kann niemand bestreiten.

Anhänger der sogenannten "geschlechtergerechten Sprache" behaupten, es gehe ihnen um die Gleichberechtigung von Frauen. Was halten Sie von diesem Argument?

Ist doch nur vorgeschoben. Gleichberechtigung der Frauen erreicht man durch gleichen Lohn für gleiche Arbeit und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. 

Wird die Rechtschreibung heute faktisch von der Autokorrektur des Mobiltelefons mitbestimmt? Was geschieht gerade mit der deutschen Sprache, was ist heute anders als in früheren Phasen ihrer Entwicklung?

Dass Sprache sich verändert, ist ganz normal. Auch ohne die modernen Genderterroristen würden wir in 100 Jahren anders reden als heute. Die entscheidende Frage ist, ob Sprachveränderungen von oben à la Orwell den Leuten aufgedrückt werden oder ob das von unten, von der Basis kommt.

Wie sehen Sie die Zukunft der deutschen Sprache, wenn sich die gegenwärtig zu beobachtenden Tendenzen fortsetzen?

Ich bin da sogar begrenzt optimistisch, denn der Abscheu der Mehrheit meiner Landsleute gegen den Genderwahn nimmt täglich zu. Wenn die rot-rot-grüne Regierung in Berlin die  nächsten Wahlen haushoch verliert, dann hat sie das auch ihren Sprachverhunzungen zuzuschreiben.

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