Gesellschaft

Stechapfel und Kamelurin gegen Corona? Schräge Behandlungsmethoden verursachten Hunderte Todesfälle

Das Coronavirus ist gefährlich. Noch gefährlicher können aber Methoden und Heilmittel sein, zu denen manche greifen, um das Virus zu bekämpfen. Laut einer Studie haben abstruse Gerüchte in Bezug auf das Virus viele Menschen erst krank gemacht oder sie sogar das Leben gekostet.
Stechapfel und Kamelurin gegen Corona? Schräge Behandlungsmethoden verursachten Hunderte TodesfälleQuelle: AFP © VALERY TITIEVSKY

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben Fehlinformationen und Gerüchte in Verbindung mit dem Virus weltweit Hunderte Menschen das Leben gekostet. Tausende weitere mussten wegen der im Internet verbreiteten Falschinformationen im Krankenhaus behandelt werden, ergab eine im American Journal of Tropical Medicine and Hygiene veröffentlichte Studie.

Neben der Pandemie gebe es auch eine sogenannte Infodemie, warnen die Wissenschaftler unter anderem aus Australien, Thailand und Japan. Viele der überwiegend in sozialen Netzwerken verbreiteten falschen Behauptungen zur Bekämpfung des Coronavirus seien gefährlich und teilweise lebensbedrohlich, stellten die Forscher fest und warnten:

Gerüchte können sich als glaubwürdige Strategien zur Infektionsprävention und -kontrolle tarnen.

Dabei könnten sie "potenziell schwerwiegende Auswirkungen auf den Einzelnen und die Gemeinschaft haben, wenn sie evidenzbasierten Richtlinien vorgezogen werden".

So kostete der Konsum von hochkonzentriertem Alkohol für eine vermeintliche Desinfizierung des Körpers weltweit 800 Menschen das Leben. Mehr als 5.800 Personen landeten nach dem Verzehr von Methanol im Krankenhaus, 60 erblindeten. Das Trinken von Desinfektionsmitteln habe für zwei gesunde Männer in Katar lebensgefährliche Folgen gehabt. In Indien nahmen zwölf Menschen – darunter fünf Kinder – ein Getränk aus hochgiftigen Stechäpfeln zu sich. Sie hatten in sozialen Netzwerken ein Video gesehen, in dem die Pflanzen zur Immunisierung gegen Sars-CoV-2 beworben wurden. Alle wurden krank. Ebenfalls in Indien wurde das Gerücht verbreitet, der Konsum von Kuhdung oder -urin beuge einer Ansteckung vor. In Saudi-Arabien wurde Kamelurin mit Zitrone als Wunderwaffe gegen COVID-19 angepriesen.

Die Forscher untersuchten auch mögliche Folgen von Stigmatisierung. So hatte sich ein Mann in Indien das Leben genommen, weil er glaubte, mit Corona infiziert zu sein. Seine Familie sagte, er habe die mögliche Erkrankung als Schande empfunden und Schuldgefühle sowie Angst vor der Reaktion seiner Mitmenschen gehabt. Auch sei es seit Beginn der Pandemie vielerorts zu verbaler und physischer Gewalt gegenüber Menschen asiatischer Herkunft und Mitarbeitern des Gesundheitssystems gekommen, weil beide Gruppen für die Ausbreitung des Virus verantwortlich gemacht wurden.

Die Wissenschaftler forderten Regierungen und internationale Organisationen auf, Corona-Fehlinformationen im Internet besser zu überwachen, diese als falsch zu entlarven und "mit Social-Media-Unternehmen zusammenzuarbeiten, um korrekte Informationen zu verbreiten". Von mehr als 2.300 untersuchten Berichten aus 87 Ländern hätten sich 82 Prozent als falsch herausgestellt, so die Studie. Die meisten davon grassierten in Indien, den USA, China und Spanien.

Mehr zum ThemaIrreführung und "Fake News": Der Umgang mit den Corona-Kritikern

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team