Europa

Steigende Popularität: Fast 80 Prozent der Franzosen sympathisieren mit "Gelbwesten"

Eine Umfrage für Le Figaro und France Info ergab, dass fast acht von zehn Franzosen den Aufruf zur Blockade von Paris am 24. November für legitim halten. Selbst unter den Anhängern Macons unterstützen fast 40 Prozent der Befragten die Bewegung.
Steigende Popularität: Fast 80 Prozent der Franzosen sympathisieren mit "Gelbwesten"Quelle: Reuters © Jean-Paul Pelissier

Obwohl die französische Regierung und Teile der Gesellschaft versuchen, die Protestbewegung der sogenannten "Gelbwesten" zu stigmatisieren, gewinnt die Bewegung zunehmend an Sympathie. Laut einer Umfrage für Le Figaro und France Info, die am 21. und 22. November an einer Stichprobe von mehr als tausend Personen durchgeführt wurde, halten fast acht von zehn Franzosen (77 Prozent) den Aufruf zur Blockade der Hauptstadt am 24. November für legitim.

Das sind drei Prozentpunkte mehr als am 17. November, dem ersten Tag der Mobilisierung. Rund 66 Prozent der Befragten sind sogar der Meinung, dass es notwendig ist, die Mobilisierung nach dem 24. November fortzusetzen.

Darüber hinaus sind 82 Prozent von ihnen der Ansicht, dass der Präsident der Republik die für Januar geplante Erhöhung der Steuern auf Erdölerzeugnisse aufheben sollte. Die jüngste Strategie der Regierung, die Bewegung zu dämonisieren, scheint die Franzosen nicht beeinflusst zu haben. 62 Prozent der Menschen weigern sich, die "Gelbwesten" als "gewalttätig" zu bezeichnen.

Eine große Mehrheit von ihnen beschreibt sie vielmehr als "beliebt" (81 Prozent), "mutig" (77 Prozent), "im Kampf für das Allgemeininteresse" (78 Prozent). Auf der anderen Seite stellt eine klare Mehrheit die Wirksamkeit der Bewegung in Frage. 56 Prozent der Befragten glauben nicht, dass die "Gelbwesten" in der Lage sein werden, wichtige neue Zugeständnisse von der Regierung zu erzwingen.

Überraschung: Auch Macron-Anhänger unter den Sympathisanten

Vier von zehn Anhängern von Macrons Partei "La République en Marche" (LaREM) halten die Bewegung der "Gelbwesten" für gerechtfertigt. Weniger überraschend ist, dass 92 Prozent der Anhänger der linken Bewegung La France Insoumise und 83 Prozent der Anhänger des rechten Rassemblement National die Fortsetzung der Bewegung unterstützen.

Für den 24. November hat die Bewegung eine neue Großkundgebung in Paris angekündigt. Doch die Regierung verweist in diesem Zusammenhang auf Sicherheitsbedenken. Nach dem Willen der Behörden sollen sich die Demonstranten auf Champ de Mars, der Grünanlage neben dem Eiffelturm, versammeln. "Dieser Ort bietet die notwendigen Sicherheitsbedingungen", teilte das Innenministerium am Donnerstag mit. Es sei aber ausgeschlossen, dass die Demonstranten am Place de la Concorde zusammenkommen, hieß es weiter.

Die hohe Zahl der Verletzten in der vergangenen Woche zeige die Notwendigkeit, Versammlungen zu organisieren und zu überwachen, um den Schutz Aller zu gewährleisten. Seit knapp einer Woche errichten die "Gelbwesten" im ganzen Land Blockaden. Zwei Menschen sind dabei bisher ums Leben gekommen, Hunderte wurden verletzt. Sie protestieren gegen zu hohe Spritpreise – aber auch gegen den Mitte-Präsidenten Macron persönlich, dessen Politik sie als Politik für die Reichen wahrnehmen.

Macron versuchte am Mittwochabend, bei einer Versammlung der Bürgermeister des Landes in Paris, erneut zu beschwichtigen. "Viele Bürger denken, es liegt nur an der Regierung, wenn der Preis an der Tankstelle steigt und sehen fast mein Gesicht, wenn sie tanken." Da mag er nicht Unrecht haben.

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