Europa

BP-Chef: EU-Energiesystem bricht zusammen, wenn Sanktionen auf Russlands Öl und Gas verhängt werden

Sanktionen gegen die wichtigsten russischen Energieunternehmen würden unweigerlich zu einem Zusammenbruch des europäischen Energiesektors führen. Das verkündete der BP-Chef Bob Dudley nach Angaben der Nachrichtenagentur Sputnik.
BP-Chef: EU-Energiesystem bricht zusammen, wenn Sanktionen auf Russlands Öl und Gas verhängt werden© Reuters / Sergei Karpukhin

Der Chef von BP nahm an der Konferenz "Oil & Money 2018" in London teil und erklärte dort:

Wenn Sanktionen gegen Rosneft oder Gazprom oder LUKoil verhängt würden, wie es mit Rusal gemacht wurde, würden Sie die Energiesysteme Europas praktisch abschalten, und das wäre doch ein etwas extremes Szenario. Wir investieren sorgfältig in Russland, nicht nur in Rosneft.

Russland ist ein wichtiger Erdgaslieferant für Europa. Der staatliche Gasriese Gazprom, der weltweit größte Gasproduzent, deckt 40 Prozent des europäischen Energiebedarfs. Aus geografischen Gründen sind die russischen Lieferungen bei weitem die billigsten und sichersten auf dem Kontinent.

Die baltischen Staaten und Polen behaupten, dass Russland die Gasversorgung als politisches Instrument nutze. Litauen und Polen bauten außerdem ihre Infrastruktur für verflüssigtes Erdgas (LNG) aus, um Lieferungen aus den Vereinigten Staaten und Katar zu erhalten. Die Führungskräfte von Gazprom wiesen darauf hin, dass dies die Gaspreise für die Haushalte erhöhen würde.

Europa und Russland sind außerdem im Bereich Ölexporte große Handelspartner. Laut Daten der US Energy Information Administration exportiert Russland mehr als 5,2 Millionen Barrel Rohöl und Kondensat pro Tag, von denen 70 Prozent nach Europa gehen. Außerhalb Europas ist China der größte Empfänger der russischen Rohölexporte.

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Die europäischen Importe von Öl und Gas stiegen in den letzten zehn Jahren deutlich an. Die Energieproduktion auf dem Kontinent ist in den letzten zehn Jahren jedoch um 15 Prozent zurückgegangen, so das europäische Statistikamt Eurostat.

Um Sanktionsrisiken abzuwenden, verlagerte Russland seine Rohölexporte von Europa nach China. Zuvor berichtete Bloomberg, dass Russland in den ersten fünf Monaten des Jahres 2018 ungefähr 19 Prozent weniger Öl durch seine Häfen an der Ostsee und am Schwarzen Meer verschifft und bis März 43 Prozent mehr Öl nach China verkauft habe.

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