Europa

Sollte Brexit-Deal scheitern: Britische Polizei und Militär bereiten sich auf Ausschreitungen vor

Bei einem schlechten Ausgang der Brexit-Verhandlungen für Großbritannien fürchtet die britische Regierung Ausschreitungen und einen Anstieg der Kriminalität. In einem solchen Fall, so ein Bericht, werde die Polizei vom Militär unterstützt werden.
Sollte Brexit-Deal scheitern: Britische Polizei und Militär bereiten sich auf Ausschreitungen vor Quelle: www.globallookpress.com © Jerry Tremaine

Falls Großbritannien keine Übereinstimmung zum Brexit erzielt, wird die Ablösung von der EU drei Monate währende Unruhen im Land hervorrufen. Es wird neben anderen Gütern zu Lebensmittel- und Medikamentenengpässen kommen. Am Sonntag veröffentlichte die Sunday Times einen Artikel, wonach in Großbritannien anarchische Zustände drohen könnten, falls die Verhandlungen zum Brexit für die Briten schlecht ausgehen.

Vorbereitungen auf apokalyptische Zustände 

Der Bericht stützt sich auf ein öffentlich gewordenes Dokument, in dem apokalyptische Zustände beschrieben werden. Die Rede ist von "weitreichenden Protesten, die in eine Unordnung eskalieren könnten". Diebstahl und Raub werden zunehmen und wegen fehlender Güter könnten "mehr Menschen krank werden". 

Ein schlechter Ausgang der Verhandlungen wird aber auch dazu führen, dass der Metropolitan Police 750 Polizisten abhanden kommen. Für diese 750 EU-Mitglieder gilt, dass sie ihre Garantiekarten verlieren. In diesem Fall werde das Militär hinzugezogen, um die Ordnung wiederherzustellen. Die Vorbereitungen gegen den massenhaften zivilen Ungehorsam leitet das National Police Coordination Center. In der kommenden Woche wird das Koordinationszentrum die möglichen Szenarien mit dem National Police Chief´s Council (NPCC) besprechen. 

Den düsteren Bericht herunterzuspielen, versuchte der Chef der nationalen Polizei, Chief Constable Charlie Hall. Er erklärte, dass die Polizei "für alle Szenarien" plane, sollte es zu einem Ausscheiden aus der EU kommen:

Zu diesem Zeitpunkt haben wir keine Informationen, die darauf hindeuten, dass Kriminalität oder Unordnung zunehmen werden. Wir bleiben jedoch wachsam und werden weiterhin alle Bedrohungen prüfen und entsprechende Pläne entwickeln.  

Mehr zum Thema - Donald Trump gibt Theresa May seinen Brexit-Ratschlag: EU verklagen statt zu verhandeln

Der britische Innenminister Sajid David fürchtet, dass das Chaos-Szenario Wirklichkeit werden könnte. Er lobte die Bemühungen der Regierung, sich auf verschiedene Ausgänge der Brexit-Gespräche vorzubereiten. In der BBC One Andre Mark Show sagte er: 

Das haben wir in der gesamten Regierung gemacht, auch in meiner Abteilung. Das bedeutet natürlich, dass wir eng mit der Polizei zusammenarbeiten. Ich werde nicht auf die Situation eingehen, die vielleicht oder vielleicht nicht eintritt, aber ich denke, es ist fair zu sagen, dass wir uns auf alle Eventualitäten vorbereiten. 

Bis Mitte November sollen die Gespräche zum Brexit abgeschlossen sein. Anschließend könnte ein Sondergipfel der EU folgen. Theresa May machte deutlich, dass sie keine Kompromisse in den Verhandlungen eingehen werde. Der Abschied der EU wird für Großbritannien am 29. März kommenden Jahres erfolgen. Die Regierung sorgt auch bereits mit Vorräten gegen das Chaos vor. Es werden Lebensmittel, Medizin und auch Blutkonserven gelagert. 

Mehr zum Thema - Brexit als Seeschlacht: Französische und britische Fischerboote kämpfen um Jagdgründe

Sehr geehrte RT DE-Leser,

wir sind auf einen neuen Dienst für die Kommentarfunktion umgestiegen.

Da wir die Privatsphäre unserer Leser respektieren und Ihre Daten nicht an eine Drittplattform übermitteln werden, müssen Sie sich erneut registrieren. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeit und hoffen, dass sie sich weiterhin mittels der Kommentarfunktion über aktuelle Themen austauschen und informieren können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre RT DE-Redaktion