Europa

Österreich: Erwerb von US-Gas zum dreifachen Preis macht ökonomisch keinen Sinn

Die USA drängten Europa ihr verflüssigtes Erdgas auf, das dreimal teurer sei als jenes aus Russland. So lautete die Kritik des österreichischen Bundespräsidenten Alexander van der Bellen nach der Unterzeichnung eines Gasliefervertrags bis 2040 mit Moskau.
Österreich: Erwerb von US-Gas zum dreifachen Preis macht ökonomisch keinen Sinn© Issei Kato / Reuters

Während US-Politiker Europa beschuldigen, von russischem Gas abhängig zu sein, vergessen sie, dass "US-amerikanisches Flüssiggas zwei- bis dreimal teurer ist als das russische Gas. Unter solchen Umständen macht es rein ökonomisch wenig Sinn, russisches Gas durch US-amerikanisches Flüssiggas zu ersetzen", erklärte Van der Bellen auf einer Pressekonferenz nach einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Dienstag in Wien.

Putin merkte an, dass Österreich ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für den Export von russischem Erdgas nach Europa sei.

Österreich ist zu einer der Schlüsseleinheiten […] beim Transport russischen Gases nach Westeuropa geworden und spielt eine wichtige Rolle bei der Gewährleistung der Energiesicherheit des gesamten europäischen Kontinents", sagte Putin.

Er erinnerte daran, dass Russland in den vergangenen 50 Jahren mehr als 200 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach Österreich exportiert hat. Nach dem Treffen der Staatsspitzen unterzeichneten die russische Gazprom und die österreichische OMV einen Gasliefervertrag, der bis 2040 laufen soll.

Vor Putins Reise nach Österreich sprach auch der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz über die Bedeutung der russischen Gaslieferungen für sein Land.

Ich möchte darauf hinweisen, dass die fruchtbare Zusammenarbeit der beiden sehr wichtigen Unternehmen – OMV und Gazprom – für beide Seiten äußerst vorteilhaft erscheint", betonte der Kanzler in einem Interview mit der Nachrichtenagentur TASS.

OMV und Gazprom realisieren zurzeit das Pipelineprojekt Nord Stream 2, mithilfe dessen die Kapazität der bestehenden Nord Stream verdoppelt werden soll. Das Projekt ist auf Widerstand aus den USA gestoßen, die ihrerseits versuchen, ihre LNG-Exporte nach Europa zu steigern.