Europa

Schwedischer Inlandsgeheimdienst: Warnungen vor Anschlagsplänen sind Alltag

Vertreter des schwedischen Inlandsgeheimdienstes Säpo bestätigten gegenüber der Zeitung "The Local", dass bei ihnen Warnungen über Anschlagspläne Alltag sind. In Schweden gedenkt man des Terroranschlags in einer Einkaufsmeile in Stockholm vor einem Jahr.
Schwedischer Inlandsgeheimdienst: Warnungen vor Anschlagsplänen sind AlltagQuelle: Reuters © Frida Winter / TT News Agency

Der Attentäter von Stockholm, Rachmat Akilow, tötete vor einem Jahr fünf Menschen. Er sympathisierte mit dem IS und erklärte, dass er möglichst vielen "Ungläubigen" habe das Leben nehmen wollen. Die Tat ereignete sich im Herzen Stockholms, in der beliebten Einkaufsmeile "Drottningsgatan". Das Urteil gegen Akilow wird im Mai erwartet.

Im Zuge des Jahrestags führte die englischsprachige Zeitung The Local ein Interview mit Fredrik Hallström, dem Abteilungsleiter für "ideologisch motivierte Täter" beim schwedischen Inlandsgeheimdienst Säkerhetspolisen (Säpo):

Wie wir schon länger warnen, stellen wir ein wachsendes extremistisches Umfeld sowohl im Bereich des militanten Islamismus als auch der autonomen Linken und der White-Power-Bewegung fest.

Die Zahl gewaltbereiter Extremisten schätzt der ehemalige Generaldirektor Säpos Anders Thornberg auf 3.000. Der Inlandsgeheimdienst war in die Kritik geraten, soll er doch bereits im Vorfeld über die Radikalisierung des späteren Attentäters Akilow informiert gewesen sein.

Zudem, so Hallström, gebe es sicher eine "verdeckte Zahl an Leuten, von denen wir keine Kenntnis haben". Die Zahl 3.000 bedeute aber nicht, dass es 3.000 Terroristen gäbe. Diese Zahl besage nur, dass so viele Personen Verbindungen zu gewaltbereiten Gruppierungen hätten. Wahrscheinlicher als ein koordiniertes Attentat seien Einzeltäter: 

Auf gewisse Weise müssen wir in den Kopf der Personen eindringen, um zu erkennen, ob es eine tatsächliche Absicht gibt und ob das nötige Maß an Menschlichkeit fehlt, deren Ausführung zu verhindern. 

Der Großteil der gemeldeten Fälle werde fallen gelassen, nachdem Nachforschungen betrieben würden. Die Säpo müsse die eingehenden Informationen nach Prioritäten ordnen.

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