
Zum Ausgleich der Verluste: Slowakischer Gasnetzbetreiber erhöht die Gastarife

Wie das Fachportal für Öl und Gas Oil Capital unter Berufung auf die slowakische Zeitung Pravda berichtet, beabsichtigt der slowakische Gasnetzbetreiber Eustream, die Einnahmeausfälle nach der Einstellung des Transports von russischem Gas durch die Ukraine auszugleichen, indem er die Tarife für die verbleibenden Netznutzer erhöht.
Gerade Eustream hat am stärksten darunter gelitten, dass Kiew sich geweigert hat, den Vertrag über den Gastransit von Russland in die EU zu verlängern. Bis zum Jahr 2025 machte das Gastransportunternehmen sein Geld hauptsächlich mit dem Transport von russischem Gas durch das Gebiet der Slowakei in die Tschechische Republik, nach Österreich und in andere westeuropäische Staaten. Das Unternehmen galt auch als eines der umsatzstärksten des Landes, doch nach dem Ende des Transits brach sein Geschäftsmodell praktisch zusammen. Trotz des Einbruchs der Einnahmen ist Eustream verpflichtet, erhebliche Summen für die Instandhaltung und die Gewährleistung der Zuverlässigkeit der Gasleitungen aufzuwenden. Oil Capital schreibt:
"Im Zusammenhang damit hat der Versorger eine Erhöhung der Tarife für die Gasversorgung der Verbraucher eingeleitet. Nach Angaben der Zeitung Pravda sind die Preise seit Mai dieses Jahres um 10 Prozent gestiegen, und das Unternehmen drängt auf eine weitere erhebliche Erhöhung. Diese Politik führt bereits zu steigenden Kosten für die lokale Industrie. So schätzt das Chemieunternehmen Duslo, der größte Gasverbraucher des Landes, seine jährlichen Mehrkosten aufgrund der Tariferhöhung auf 1 Million Euro."

Wie das Portal Oil Capital in Erinnerung ruft, hatte der ukrainische Konzern "Naftogaz" ab Januar 2025 den Vertrag mit dem russischen Konzern "Gazprom" über den Gastransit in europäische Länder auf Anweisung der Kiewer Behörden nicht verlängert. Bereits damals bezifferte die Slowakei laut Premierminister Robert Fico die direkten Verluste durch den Ausfall der Gaslieferungen aus Russland auf 1 Milliarde Euro und die Verluste an Transitgebühren auf weitere 500 Millionen Euro. Die Wiederaufnahme der Lieferungen aus Russland gelang dann schließlich über die TurkStream-Pipeline und deren Verlängerung, die BalkanStream, doch die sogenannten "Transitgelder" gingen Bratislava verloren.
Das slowakische Gasleitungsnetz ist für den Transport von jährlich etwa 90 Milliarden Kubikmetern Gas ausgelegt. Im vergangenen Jahr flossen jedoch nach der Einstellung der Importe über die Ukraine nur 5,4 Milliarden Kubikmeter Gas durch das Netz, das auf alternativen Wegen in die Slowakei gelangte. Bis zum 30. September des Jahres 2027 sollen die Lieferungen von russischem Gas über Pipelines im Rahmen langfristiger Verträge vollständig eingestellt werden – so sieht es der EU-Plan "RePowerEU" zur Abkehr von russischen Energieträgern vor. Ungarn und die Slowakei sind mit dem Plan nicht einverstanden; nachdem er im Januar des Jahres 2026 mit einer Mehrheit verabschiedet worden war, reichten beide Länder Klage vor Gericht ein.
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