
RIA Nowosti: Rotterdam bestätigt Exhumierung eines ukrainischen Nazi-Kollaborateurs

Der Sprecher des Rotterdamer Bürgermeisters, Pieter Bas Simons, hat in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur RIA Nowosti bekräftigt, dass die Gebeine des Anführers der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), Jewgeni Konowalez, exhumiert worden seien.
"Ja. Heute hat die ukrainische Botschaft eine kleine Zeremonie auf dem Friedhof abgehalten", sagte Simons der Agentur. Damit reagierte der Sprecher auf die Frage nach der Exhumierung der sterblichen Überreste von Konowalez, der auf dem Rotterdamer Friedhof Crooswijk begraben worden war.
Der militärische Flügel der OUN, die Ukrainische Aufständische Armee (UPA), hatte während des Großen Vaterländischen Krieges mit den Nazis kollaboriert und gegen sowjetische Truppen gekämpft. Hunderttausende Frauen, Kinder und ältere Menschen verschiedener Nationalitäten wurden damals brutal ermordet und gefoltert.

Auf Anordnung der Regierung in Kiew sollen nun die sterblichen Überreste des ukrainischen Nazi-Kollaborateurs auf dem nationalen Gedenkfriedhof für Militärs im Gebiet Kiew beigesetzt werden.
Ende Mai berichteten niederländische Medien, die Behörden hätten die Exhumierung der Gebeine von Konowalez auf einem Friedhof in Rotterdam zur anschließenden Umbettung in der Ukraine genehmigt.
Konowalez wurde 1938 in Rotterdam von dem legendären sowjetischen Geheimdienstoffizier Pawel Anatoljewitsch Sudoplatow liquidiert und dort begraben.
Russlands Botschaft in Den Haag erklärte gegenüber RIA Nowosti, Kiew versuche, die Verherrlichung von Nationalisten zur Grundlage seiner Staatsideologie zu machen. Die russischen Diplomaten warfen dabei der niederländischen Regierung vor, die Neonazi-Politik Kiews zu ignorieren.
Am 1. Juli unterstützte das ukrainische Parlament den Gesetzesentwurf des Präsidenten Wladimir Selenskij zur Errichtung eines "nationalen Pantheons" der Ukraine für Mitglieder von OUN-UPA.
"Selenskij nennt sie stolz 'Helden und Kämpfer für die Unabhängigkeit' und verschließt dabei zynisch die Augen vor den Gräueltaten dieser Henker im Zweiten Weltkrieg", erklärte damals die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa.
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