
Polen gedenken NS-Opfern mit Bengalos am Brandenburger Tor

Während man in Deutschland mit dem ersten August allenfalls die deutsche Kriegserklärung gegen Russland von 1914 in Verbindung bringt, ist dieses Datum in Polen alljährlich ein bedeutender Gedenktag. Um an die Aufstände der Polnischen Heimatarmee im Jahr 1944 gegen die NS-Herrschaft zu erinnern, legen polnische Offizielle Kränze an Denkmälern nieder, und um 17 Uhr – der "W-Stunde", zu der der Aufstand losbrach – steht das ganze Land zu einer Gedenkminute still.
Auch in der deutschen Hauptstadt Berlin beging man den 82. Jahrestag des Warschauer Aufstands. Während das staatlich finanzierte polnische Pilecki-Institut die Erinnerung an die Erhebung eher konventionell pflegte, mit Liedern und Lesungen, und die polnische Botschaft das Botschaftsgebäude in den polnischen Farben erstrahlen ließ, fanden andere polnische Bürger ungewöhnlichere Wege des Gedenkens.

Dutzende Aktivisten der zur Parteienkoalition Konfederacja gehörenden neurechten Partei Nowa Nadzieja ("Neue Hoffnung") hatten sich vor dem Brandenburger Tor in Berlin versammelt. In Jeans und identischen T-Shirts gekleidet, hielten sie Schilder mit den Lebensdaten von Kindern hoch, die bei der Aufstandsbekämpfung durch deutsche Truppen und deren Verbündete ermordet worden waren. Einige Demonstranten brannten auch Bengalos dazu ab.
Federführend bei der Aktion war – einem Beitrag der Konfederacja auf der Social-Media-Plattform X zufolge – ihr Co-Vorsitzender Slawomir Mentzen. Zu einem Bild der Gedenkaktion kommentierte das Parteienbündnis, man werde nie vergessen, dass die Deutschen während des Aufstands 200.000 Polen, darunter Tausende Kinder, ermordet hatten. Im Gegensatz zu einer Gedenkaktion im Juni, als von polnischer Seite Gewaltvorwürfe gegen die Berliner Polizei laut wurden (RT DE berichtete), blieb dieses Mal offenbar alles friedlich.
Federführend bei der Aktion war – einem Beitrag der Konfederacja auf der Social-Media-Plattform X zufolge – ihr Co-Vorsitzender Slawomir Mentzen. Zu einem Bild der Gedenkaktion kommentierte das Parteienbündnis, man werde nie vergessen, dass die Deutschen während des Aufstands 200.000 Polen, darunter Tausende Kinder, ermordet hatten. Im Gegensatz zu einer Gedenkaktion im Juni, als von polnischer Seite Gewaltvorwürfe gegen die Berliner Polizei laut wurden (RT DE berichtete), blieb dieses Mal offenbar alles friedlich.
Podczas Powstania Warszawskiego Niemcy zamordowali 200 tysięcy Polaków, w tym tysiące dzieci.
— Sławomir Mentzen (@SlawomirMentzen) August 1, 2026
Nigdy tego nie zapomnimy! pic.twitter.com/tMKds1Nhx0
Bereits vor einem Jahr hatte Slawomir Mentzen eine ähnliche Aktion vor dem Brandenburger Tor gestartet – allerdings mit weit weniger Teilnehmern. AfD-Politiker und AfD-nahe Kreise hatten damals die Veranstaltung und ihre Gestaltung kritisiert. Der Publizist Benedikt Kaiser schrieb hierzu von einer "aggressiven Bildsprache".
Der Berliner AfD-Politiker Gunnar Lindemann, ein Mitglied des Abgeordnetenhauses, entgegnete Mentzen: "Warum gedenkt ihr nicht in Warschau? Oder sollen wir der Vertreibung und Ermordung von Millionen deutschen Zivilisten durch Polen in Warschau gedenken?"
Aktuell fällt die Kritik aus AfD-Kreisen an der Aktion der Konfederacja, mit der die Alternative für Deutschland im EU-Parlament eigentlich verbündet ist, womöglich noch schärfer aus. Benedikt Kaiser warf den polnischen Verbündeten die Kultivierung von Ressentiments sowie die destruktive Aufrechnung historischen Leids vor. Die deutsch-polnische Freundschaft scheitere "immer und ausschließlich an Show-Egomanen wie Mentzen".
Kaiser wörtlich:
"Die Versammlungsfreiheit, grundgesetzlich verbrieft, gilt für deutsche Staatsbürger, nicht für chauvinistische Touristen, die eine pyromanische Fankurve mit unseren Denkmälern verwechseln. Wie ist eine solche Show immer wieder möglich, mitten in Berlin, vor einem der letzten intakten nationalen Monumente?"
Der Brandenburger AfD-Politiker Gerhard Vierfuß fordert sogar eine Beendigung der Zusammenarbeit mit der Konfederacja.
Aber auch von polnischer Seite gab es Kritik an Mentzens Gedenkveranstaltung in den sozialen Medien. Vielfach wurde der Verdacht einer Anbiederung an Russland geäußert. Mentzen solle doch lieber nach Russland fahren und seine Aktion in Moskau wiederholen, hieß es des Öfteren.
Mehr zum Thema – Berliner Polizei nimmt polnische Demonstranten fest – Video zeigt brutales Vorgehen
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